Tierpark-Mitarbeiterin Anne Linow bringt Feldgrillen im Naturschutzgebiet Tillenberge aus

Tierpark Nordhorn wildert über 700 Feldgrillen in den Tillenbergen aus

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Der Tierpark Nordhorn hat im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Tillenberge bereits zum dritten Mal Feldgrillen ausgewildert. Inzwischen ist der Nachweis gelungen, dass sich die Insekten dort schon erfolgreich fortgepflanzt haben.

Vom Aussterben bedrohte Heuschrecke

Feldgrillen sind klein, schwarz und für Dr. Dirk Wewers, den Kurator des Nordhorner Tierparks, die wohl hübschesten Heuschrecken Deutschlands. Im Nordwesten Deutschlands ist die Art vom Aussterben bedroht. „Südlich des Mains kennt vermutlich jeder das Zirpen, den prägnanten Gesang der Männchen. Hier oben ist er so gut wie verschwunden“, sagt Wewers. Da die flugunfähigen Tiere verschwundene Gebiete in der Regel nicht selbst wieder erreichen können, war die Heide im Naturschutzgebiet Tillenberge zwar ein geeigneter Lebensraum, doch bis vor zwei Jahren fehlte dort die Feldgrille.

Dirk Wewers und Kollegen bereiten Löcher für die Auswilderung der Feldgrillen vor
Foto: Franz Frieling

Lebensraumanalyse bestätigte die Heide als geeigneten Standort

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim ließ durch die Ökologische Station Grafschaft Bentheim/Emsland eine Lebensraumpotenzialanalyse und Bestandsaufnahme durchführen. Diese bestätigte, dass die Heide im Gebiet Tillenberge einen typischen Lebensraum für die Feldgrille bietet. „Die Feldgrille ist nun eine Bereicherung für das Ökosystem Heide und gibt ihr ihren typischen Klang zurück, denn nun können wir an lauen Sommerabenden dem Zirpen der Feldgrille wieder lauschen“, sagt Manuela Monzka, Bereichsleiterin der Naturschutzbehörde beim Landkreis Grafschaft Bentheim.

Feldgrillen kurz vor der Auswilderung im Naturschutzgebiet Tillenberge
Foto: Franz Frieling

Zwischen 700 und 750 Nymphen ausgebracht

Bereits 2024 wurden erstmals Feldgrillen in den Tillenbergen ausgebracht, ein Jahr später an einer weiteren Stelle im Gebiet. Die Zucht der Tiere findet im Tierpark Nordhorn statt und verläuft vor allem dank des Engagements von Tierpark-Mitarbeiterin Anne Linow erfolgreich. In diesem Jahr konnten so zwischen 700 und 750 Nymphen der Feldgrille ausgebracht werden. Läuft alles wie erwartet, dürfte sich in den Tillenbergen künftig eine selbst reproduzierende Population der Feldgrille etablieren.

Feldgrillen an einem vorbereiteten Loch im Naturschutzgebiet Tillenberge
Foto: Franz Frieling

Tierpark betreut 170 Hektar schützenswerte Lebensräume

Der Tierpark Nordhorn engagiert sich als regionales Arten- und Naturschutzzentrum stark im regionalen Artenschutz. Mit seinen Mitarbeitern und Tieren betreut er rund 170 Hektar schützenswerte Lebensräume wie Hochmoor, Hutewald und Wacholderheiden. Die Wacholderheide bleibt nach Angaben des Tierparks nur dank des Engagements der verschiedenen Partner als Lebensraum erhalten, da sie über Jahrhunderte unter anderem durch Schafbeweidung von Mensch und Vieh geschaffen wurde. Die Feldgrille soll dort künftig auch anderen seltenen Arten wie Eidechsen und Vögeln als Nahrung dienen.

Die Nachhaltigkeit des Projekts wird in den kommenden Jahren überprüft. Wissenschaftlich begleitet wird es weiterhin von der Unteren Naturschutzbehörde und der Ökologischen Station, die die Entwicklung der Grillen im neuen Lebensraum beobachten.

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