Eis bestellen, einkaufen, kochen, den Zoo besuchen: Beim „FerienIntensivTraining – FIT in Deutsch“ der Stadt Rheine lernen neu zugewanderte Kinder und Jugendliche Deutsch dort, wo sie es täglich brauchen. In den letzten beiden Wochen der Sommerferien nutzen 125 Teilnehmende zwischen fünf und 21 Jahren die sechs Angebote. Für die Familien ist das Programm kostenlos.
36.000 Euro vom Land, der Rest von der Stadt
Das Land Nordrhein-Westfalen trägt 80 Prozent der Kosten, die übrigen 20 Prozent übernimmt die Stadt Rheine. Für die sechs Maßnahmen fließt ein Landeszuschuss von insgesamt 36.000 Euro – die Gesamtkosten liegen damit bei rund 45.000 Euro. Das Schulministerium hat das Programm 2018 eingeführt, Rheine bietet es seither regelmäßig an.
Vier Gruppen für Grundschulkinder, zwei für Ältere
Die Teilnehmenden sind nach Alter aufgeteilt. Vier Gruppen richten sich an Kinder im Primarbereich, drei davon an der Edith-Stein-Grundschule und eine an der Abendrealschule. Zwei weitere Gruppen für die Sekundarstufen I und II sind ebenfalls an der Abendrealschule angesiedelt. Seit drei Jahren gehören auch Vorschulkinder zur Zielgruppe – sie bekommen so vor der Einschulung einen ersten Eindruck von schulischen Abläufen.
Jede Gruppe wird von zwei qualifizierten Sprachlernbegleiterinnen oder Sprachlernbegleitern sowie zwei ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern begleitet. Bei den Sprachlernbegleitern handelt es sich unter anderem um Lehramtsstudierende.
Gelernt wird da, wo die Sprache gebraucht wird
Das Angebot ist ausdrücklich keine Verlängerung des Schulunterrichts in die Ferien. Was in der Gruppe erarbeitet wird, probieren die Kinder und Jugendlichen anschließend im Alltag aus. Auf dem Programm stehen Besuche in der Stadtbibliothek, im Zoo, im Salzsiedehaus und im Falkenhof. Eine Gruppe an der Abendrealschule plant ihr gemeinsames Kochen selbst – von der Auswahl der Lebensmittel bis zum Einkauf.
Selbst der Eiswagen, der am Freitagnachmittag für alle Teilnehmenden kommt, wird zur Sprachübung: Vorher wird in den Gruppen geübt, wie eine Bestellung funktioniert, zunächst mit Spielgeld.
Sehr unterschiedliche Voraussetzungen
Die Teilnehmenden kommen aus vielen Nationen und bringen unterschiedliche sprachliche Voraussetzungen und Alphabetisierungsgrade mit. „Sprache ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für gelingende Integration“, sagt Raimund Gausmann, Beigeordneter der Stadt Rheine. Umso wichtiger sei eine individuelle Förderung.
Fachbereichsleiterin Wiebke Gehrke verweist auf den Rahmen: „In den Ferien haben wir die Zeit und den Raum, intensiv auf die Kinder und Jugendlichen einzugehen. Sprache und Bildung können hier spielerisch vermittelt werden – ohne den Zeit- und Leistungsdruck des normalen Schulalltags.“
Neben dem sprachlichen Lernzuwachs geht es um Alltagskompetenzen, Selbstständigkeit und darum, die Freizeit-, Kultur- und Bildungsangebote der eigenen Stadt kennenzulernen.

