Wie werden Kindertagespflegestellen zu sicheren Orten für Kinder, und wie geht man professionell mit Übergriffen unter Kindern um? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Fachtags des Fachdienstes Jugend im Landkreis Osnabrück. 60 Fachkräfte kamen dafür in der Katholischen FABI in Osnabrück zusammen.
Ein Workshop zum Gewaltschutzkonzept
Der praktische Teil der Veranstaltung drehte sich um die Bausteine eines Gewaltschutzkonzepts in der Kindertagespflege. Anders als Kindertagesstätten arbeiten Tagespflegepersonen meist allein, ohne Kolleginnen und Kollegen im Raum – umso mehr hängt der Schutz von Kindern dort an schriftlich festgelegten Abläufen.
Was der Referent zum Maßstab macht
Referent war Prof. Jörg Maywald, Experte für Kinderrechte und Kinderschutz. Er stellte den Vorrang des Kindeswohls, die Schutzrechte und die Beteiligungsrechte in den Mittelpunkt und verknüpfte sie über Fallbeispiele mit dem Arbeitsalltag.
„Gute Qualität in der Kindertagespflege muss sich daran messen lassen, inwieweit es gelingt, die Rechte jedes Kindes auf Schutz, Förderung und Beteiligung zu verwirklichen“, sagte Maywald. Die Rechte der UN-Kinderrechtskonvention, allen voran der Vorrang des Kindeswohls, seien „der Fixstern einer kindgerechten Pädagogik“.
Bewusst gemischtes Publikum
Eingeladen waren nicht nur Kindertagespflegepersonen, sondern auch Mitarbeitende der Familienservicebüros, Fachkräfte aus Kindertagesstätten und aus dem Bereich der Frühen Hilfen. Der Fachdienst Jugend wollte damit den Austausch zwischen den Berufsgruppen stärken.
„Kinderschutz und Kinderrechte sind eine gemeinsame Aufgabe, die von einer guten Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachkräfte und Institutionen profitiert“, sagte Jörg Röls, Leiter des Fachdienstes Jugend.

