Wohnmobil- und Caravan-Urlauber haben der deutschen Wirtschaft 2025 fast 23 Milliarden Euro gebracht – gut zwei Milliarden mehr als im Jahr davor und rund 80 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Interessant für ländliche Regionen ist vor allem, wo das Geld landet: 7,8 Milliarden Euro fließen direkt in die jeweiligen Urlaubsregionen, an Gastronomie, Einzelhandel, Freizeit- und Dienstleistungsbetriebe.
Zwei Rekorde bei den Übernachtungen
Auf deutschen Campingplätzen wurden im vergangenen Jahr rund 56 Millionen Gästeübernachtungen gezählt, 13 Prozent mehr als 2024. Dazu kommen etwa 20 Millionen Übernachtungen auf Stellplätzen außerhalb von Campingplätzen – rund 48 Prozent mehr als 2016. Beide Zahlen sind Höchstwerte. Erhoben hat sie das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr.
Warum Stellplätze für Kommunen interessant sind
Wer mit dem Reisemobil unterwegs ist, fährt nicht nur die klassischen Ferienregionen an, sondern auch kleinere Orte und Gegenden abseits der Touristenzentren. Die Nachfrage verteilt sich dadurch breiter über das Land.
Eine Schlüsselrolle spielen dabei Stellplätze. Ihre Zahl ist in Deutschland in 20 Jahren um mehr als 80 Prozent gestiegen. Sie sind kleiner und weniger aufwendig als Campingplätze, lassen sich also mit vergleichsweise überschaubarem Planungs- und Investitionsaufwand einrichten – ein Argument für Kommunen und private Investoren, die vom mobilen Tourismus etwas abbekommen wollen.
„Gerade für kleinere Kommunen und ländliche Räume eröffnet Caravaning damit große wirtschaftliche Chancen“, sagt Holger Siebert, Vizepräsident des Caravaning Industrie Verbandes.
Der Fahrzeugmarkt gibt nur leicht nach
In Deutschland sind über 1,8 Millionen Freizeitfahrzeuge zugelassen, mehr als in jedem anderen europäischen Land. Von Januar bis Juli 2026 kamen 63.329 Neuzulassungen dazu, ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf Reisemobile entfielen 50.118 Fahrzeuge (-3,3 Prozent), auf Caravans 13.211 (-1,9 Prozent).
Europaweit liegt der Markt mit über 149.000 Neuzulassungen praktisch auf Vorjahresniveau (-0,1 Prozent). Bei Reisemobilen gab es mit rund 112.400 Fahrzeugen sogar ein leichtes Plus.
Wer selbst gucken will
Der Caravan Salon in Düsseldorf, die weltweit größte Messe für Freizeitfahrzeuge, läuft noch bis Sonntag, 6. September 2026, täglich von 10 bis 18 Uhr auf dem Messegelände.

