Paar verstaut Koffer im Auto – Symbolbild für Urlaubsreisen

Urlaub bleibt daheim: Inlandsreisen auf Rekordwert, Grafschaft Bentheim verliert ausländische Gäste

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Emsland. Die Reiselust ist ungebrochen, das Ziel hat sich verschoben: 169 Millionen Mal fuhren Reisende aus Deutschland 2025 für mindestens eine Nacht innerhalb des Landes – so viele Inlandsreisen wie nie zuvor. Gleichzeitig sanken die Auslandsreisen um 8,3 Prozent auf 105 Millionen. Das meldet das Statistische Bundesamt.

Insgesamt ging die Zahl der mehrtägigen Reisen leicht zurück, um 1,1 Prozent auf 274 Millionen. Wer aber verreiste, blieb häufiger im Land: Die Inlandsreisen legten um 3,9 Prozent gegenüber 2024 zu und liegen 5,0 Prozent über dem Niveau von 2019. Häufigstes Verkehrsmittel bleibt das Auto. Beliebteste Auslandsziele waren erneut Italien, Österreich und Spanien. Bei den Geschäftsreisen ist das Vor-Corona-Niveau fast wieder erreicht.

In der Grafschaft Bentheim ist die Kehrseite messbar

Für eine Grenzregion hat dieser Trend zwei Seiten – und in der Grafschaft Bentheim lassen sich beide in denselben Zahlen ablesen. Der Landkreis kam 2025 auf 890.746 Übernachtungen, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 7,9 Prozent gegenüber 2019.

Getragen wird dieses Wachstum aber ausschließlich vom deutschen Markt. Die Übernachtungen ausländischer Gäste sind gegenüber 2019 um rund 31.000 zurückgegangen, ihr Anteil sank von 38,5 auf 32,2 Prozent. Für einen Kreis, in dem niederländische Gäste traditionell fast ein Drittel aller Übernachtungen stellen, ist das eine spürbare Verschiebung – auch wenn die Niederlande mit gut 260.000 Übernachtungen weiterhin mit Abstand wichtigster Auslandsmarkt sind.

Rund die Hälfte aller Übernachtungen in der Grafschaft entfällt auf Ferienhäuser und Ferienwohnungen, gut ein Viertel auf Hotels.

Das Emsland zieht davon

Der Nachbarkreis Emsland profitiert deutlich stärker vom Binnenreisetrend. Dort stiegen die Übernachtungen 2025 auf 2,53 Millionen, ein Plus von 3,3 Prozent. Gegenüber 2019 sind es 15,4 Prozent mehr – zum Vergleich: Niedersachsen insgesamt schaffte 1,5 Prozent, Deutschland kam 2025 auf ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Anders als die Grafschaft konnte das Emsland dabei sogar seine Auslandsübernachtungen steigern, um 5,9 Prozent. Bundesweit gingen diese im selben Zeitraum um 1,8 Prozent zurück.

Zwei Statistiken, die man nicht verwechseln sollte

Die 169 Millionen Inlandsreisen stammen aus einer Befragung der Bevölkerung zum Reiseverhalten. Die Übernachtungszahlen der Landkreise kommen dagegen aus der amtlichen Beherbergungsstatistik, die meldepflichtige Betriebe erfasst. Beide Zahlenwerke beschreiben denselben Trend, sind aber methodisch nicht deckungsgleich und lassen sich nicht gegeneinander verrechnen.

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