KI-generierte Illustration mit der Kennzahl 86 Prozent häusliche Pflege

Pflege in Osnabrück: 8.385 Menschen werden zu Hause versorgt

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86 Prozent der Pflegebedürftigen in Osnabrück werden zu Hause versorgt, 8.385 Menschen. Sie erhalten Pflegegeld für die Pflege durch Angehörige, Leistungen ambulanter Dienste oder beides. Der Anteil derer, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, ist binnen acht Jahren von 42 auf 54 Prozent gestiegen.

Der Lebenslagenbericht der Stadt liest diese Entwicklung nicht nur als Erfolg. Zwar entspricht die Pflege zu Hause vielfach dem Wunsch der Betroffenen, und die Pflegestärkungsgesetze haben sie gezielt gefördert. Zugleich sind die Plätze in Pflegeheimen wegen begrenzter Kapazitäten konstant geblieben. Der Bericht schließt deshalb nicht aus, dass ein Teil der Pflegebedürftigen weniger freiwillig zu Hause versorgt wird.

Auch schwere Pflegefälle bleiben in der Wohnung

Deutlich wird das bei den hohen Pflegegraden. 1.110 Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 werden in Osnabrück zu Hause versorgt, entweder von Angehörigen oder mit ambulanter Unterstützung. In der vollstationären Pflege sind es 757.

Warum Pflege ein Armutsrisiko ist

Der Bericht behandelt Pflegebedürftigkeit ausdrücklich als Armutsrisiko, und der Grund sind die Eigenanteile. Das durchschnittliche Pflegeentgelt in stationären Einrichtungen ist zwischen 2017 und 2024 über alle Pflegegrade um 46,5 Prozent gestiegen. Hinzu kommen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen, die je nach Heim verschieden ausfallen. Auch ambulant können Eigenanteile anfallen, sobald das Budget des jeweiligen Pflegegrads aufgebraucht ist.

Wer das nicht tragen kann, hat Anspruch auf Hilfe zur Pflege. Zum 1. Dezember 2024 zahlte die Stadt diese Leistung für 849 Pflegebedürftige. Der Bericht weist darauf hin, dass nicht alle Berechtigten sie auch beantragen.

Was die Stadt anbietet

Die kommunale Pflegeplanung und die Beratung im Pflegestützpunkt berücksichtigen die ungleiche Verteilung Älterer über die Stadtteile. Das Referat Nachhaltige Stadtentwicklung berät zum barrierefreien Umbau der eigenen Wohnung und zeigt in einer Musterwohnung, welche Technik bei altersbedingten Einschränkungen hilft. In Haste erprobt der Fachbereich Soziales derzeit präventive Hausbesuche bei Menschen ab 75 Jahren, eine Ausweitung auf weitere Stadtteile ist angedacht.

Teil 9 unserer Serie zum ersten Osnabrücker Lebenslagenbericht. Zum Auftakt der Serie.

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