Dem Botaniker Christian Bräuchler von der OÖ Landes-Kultur GmbH ist gemeinsam mit Chun-Lei Xiang vom Kunming Institut für Botanik in China die Beschreibung einer neuen Pflanzengattung aus der Himalaya-Region gelungen. Sie trägt ab sofort den wissenschaftlichen Namen Himalamintha, zu Deutsch Himalayaminze, und gehört zur Familie der Lippenblütler, zu der auch die Minze zählt.
Sechs seltene Arten in schwer zugänglichen Regionen
Die sechs Arten der Himalayaminze kommen in eher unzugänglichen Gebieten vor, von den Vorgebirgen Kaschmirs über die Hochebene von Kathmandu und die inneren himalayischen Trockentäler Mustangs bis zur tibetischen Tsang-Po-Schlucht und dem Hengduan-Gebirge in China. Bislang waren sie kaum erforscht und wurden traditionell nicht als zusammengehörige Gruppe erkannt, sondern auf bis zu sechs verschiedene Gattungen verteilt. Zuletzt liefen sie unter der weit gefassten, weltweit vorkommenden Gattung Clinopodium (Wirbeldost) mit.
Herbarium in Linz lieferte wichtige Grundlage
Für die Neubeschreibung war ein globaler Überblick nötig, der traditionelle und moderne Untersuchungsmethoden kombiniert. Dabei spielte auch die Sammlung des Biodiversitätszentrums der OÖ Landes-Kultur GmbH in Linz (Herbarium LI) eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Stapfia des Biodiversitätszentrums Linz veröffentlicht (DOI: 10.2478/stapfia-2026-0002).
Expedition für kommendes Jahr geplant
Mit der Neueinordnung lassen sich nun gezielter Fragen zur Evolution der Gruppe in der artenreichen Himalaya-Region untersuchen. Für das kommende Jahr ist eine gemeinsame Expedition in Planung, mit der auch bislang unentdeckte Arten aufgespürt werden sollen.

