Klimatagung in Osnabrück: „Anpassung hat Grenzen“

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175 Fachleute und Gäste haben im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück über die Folgen des Klimawandels in der Region diskutiert. Zur Tagung „Klimafolgen im Blick“ hatte der Landkreis Osnabrück eingeladen; moderiert wurde sie vom ZDF-Meteorologen Özden Terli.

Was Kommunen bereits tun – und woran es hakt

Landrätin Anna Kebschull, die gemeinsam mit Professor Markus Große Ophoff von der DBU begrüßte, nannte konkrete Maßnahmen: Starkregenvorsorgekonzepte, Bebauungspläne mit weniger Versiegelung und mehr Wasserrückhalt, Trinkwasserbrunnen, geförderte Dachbegrünungen, neu ausgerüstete Feuerwehren. „All das geschieht unter aktuell ausgesprochen schwierigen finanziellen Bedingungen“, sagte sie.

Dieses Muster zog sich durch den Tag: In den vier Foren am Nachmittag zeigte sich, dass Lösungsansätze vielerorts vorliegen und vor allem an Geld scheitern – während andernorts noch Überzeugungsarbeit nötig ist.

Wald, Gesundheit, Feuerwehr, Versicherung

Terli skizzierte in seinem Vortrag „Extremwetter in einer neuen Atmosphäre“ die Veränderungen in der Atmosphäre. Hans-Martin Hauskeller von den Niedersächsischen Landesforsten führte aus, wie schwer der Waldumbau mit dem Tempo der Klimaveränderung Schritt hält.

Die Internistin Anne Schluck von der Allianz Klimawandel und Gesundheit verwies auf die Toten der vergangenen Hitzewellen und mahnte, der Ausbau von Hitzeschutz dulde keinen Aufschub. Kreisbrandmeister Ludger Flohre schilderte, was Wald- und Feldbrände für die Einsatzkräfte bedeuten – und dass Feuerwehrleute die üblichen Hitzetipps schlecht befolgen können: im Haus bleiben, körperliche Anstrengung vermeiden.

Markus Hinz von der VGH stellte unter dem Titel „Anpassen statt abwarten“ die Frage, ob der Klimawandel die Grenzen der Versicherbarkeit aufzeigt, und riet dringend dazu, Sachwerte vorbeugend zu schützen.

Schwammlandschaft statt Hilflosigkeit

Dass gegen Dürre etwas auszurichten ist, zeigte der Osnabrücker Landschaftsplaner Hubertus von Dressler mit dem Konzept der „Schwammlandschaft“; die Landschaftsarchitektin Lea Nikolaus erläuterte, dass dafür alle Landnutzer zusammenwirken müssen. Die Biologin Verena Menz von der DBU führte an Praxisbeispielen vor, wie Anpassung, Klimaschutz und Artenvielfalt zusammengehen.

Eine begleitende Ausstellung zeigte Angebote des Landkreises und anderer Akteure zu Wasserversorgung, Extremwetter, Hochwasser- und Hitzeschutz, Katastrophenvorsorge, Förderung und Beratung.

Terli schloss mit dem Hinweis, Anpassung habe Grenzen – das Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken, dürfe deshalb nicht aus dem Blick geraten.

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