Eine außergewöhnliche Hitzewelle mit bis zu 36 Grad Celsius, seit Wochen ausbleibende Niederschläge, ausgetrocknete Böden und Niedrigwasser in kleineren Gewässern: Dieses realitätsnahe, aber fiktive Szenario bildete die Basis für eine dreitägige Übung des Katastrophenschutzstabs des Landkreises Emsland.
Fiktive Großbrände in Werpeloh und der Esterweger Dose
Langsam beginnend baute sich die Übungslage zu einem dynamischen Geschehen mit mehreren Flächenbränden, Evakuierungen und einer beunruhigten Bevölkerung auf. Das Szenario sah Schwankungen in der Strom- und Wasserversorgung vor, während Rettungsdienst, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen stark belastet waren. Fiktive Großbrände im Hedwigswald bei Werpeloh und im Naturschutzgebiet Esterweger Dose beschäftigten den Stab, nach tagelanger Beobachtung erreichte der angenommene Brand im Hedwigswald ein kritisches Stadium und Werpeloh musste evakuiert werden. Auch eine kontrollierte Stromabschaltung über mehrere Stunden sowie der Ausfall der Wasserversorgung in Haren (Ems) forderten die Aufmerksamkeit des Krisenstabes. Die Gemeinde hatte ihre Notfallinformationspunkte aktiviert, an denen Bürgerinnen und Bürger Hilfe und Schutz fanden.
„Wir haben mit dieser Übung die Bewältigung einer Lage geprobt, die durch die mehrtägige Übung aufwachsen konnte und damit vielfältig und sehr realistisch war“, sagt der zuständige Dezernent und Stabsleiter Christoph Exeler.
Gegenstab spielte Bürger, Bürgermeister und Presse
Kritisch beobachtet wurde das Agieren des Stabes vom Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz, das die Übung leitete und im Fazit zufrieden mit der gezeigten Leistung war. Ein sogenannter Gegenstab, besetzt mit Mitarbeitenden des Landesamtes und der Kreisverwaltung, bildete die Außenwelt ab und rief mal als besorgter Bürger beim Bürgertelefon an oder nahm in der Rolle eines Bürgermeisters Kontakt zum Stab auf. Ein Höhepunkt war eine Pressekonferenz, in der Christoph Exeler und Erster Kreisrat Martin Gerenkamp den „Journalisten“ Rede und Antwort standen, gespielt ebenfalls vom Gegenstab.

Grundlage für das Gesamtszenario war ein Drehbuch, das das Niedersächsische Landesamt zusammen mit dem Fachbereich Sicherheit und Ordnung des Landkreises Emsland erstellt hatte und das unter anderem Schadensszenarien und zeitliche Abläufe festlegte.
Landrat dankt Fachberatern von THW, Polizei und Bundeswehr
Landrat Marc-André Burgdorf dankte bei seinem Besuch des Stabes den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung für ihren Einsatz. Er hob auch das Engagement der Fachberater von Technischem Hilfswerk, Bundes- und Landespolizei, Bundeswehr, Feuerwehr und des Fachberaters Sanität hervor, die an der Übung teilnahmen. „Ihre Hilfe und ihr Fachwissen sind unverzichtbar, das hat sich hier erneut gezeigt und das können wir nicht hoch genug anrechnen“, betonte er.

