Am 3. Oktober 1986 eröffnete Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Kunsthalle Emden, das Jubiläum liegt jetzt 40 Jahre zurück. Ihren eigentlichen Geburtstag begeht die Kunsthalle wie jedes Jahr eher familiär: mit einem Tag der offenen Tür bei freiem Eintritt und dem traditionellen Malschulfest rund ums Gebäude, mit vielen Mitmachangeboten für Groß und Klein.
Von Henri Nannen gestiftet
Die Kunsthalle geht auf das Mäzenatentum von Henri Nannen zurück, dem Gründer und langjährigen Chefredakteur des Stern, und seiner späteren Frau Eske. Nannen gab nicht nur seine Sammlung mit Schwerpunkt Klassische Moderne in die Stiftung, sondern setzte dafür auch sein gesamtes persönliches Vermögen ein. Rund zehn Jahre später erweiterte eine umfangreiche Kunstschenkung des Münchner Galeristen Otto van de Loo die Sammlung um die Zeit nach 1945. In vier Bauabschnitten, der letzte startete 2006, wuchs das Haus zu einem Ausstellungshaus mit internationaler Ausstrahlung, das heute jährlich rund 60.000 bis 70.000 Besucherinnen und Besucher zählt.
REBELLINNEN: Künstlerinnen der 80er Jahre erstmals wieder gemeinsam
Am selben Tag, dem 3. Oktober, eröffnet um 18 Uhr die Ausstellung „REBELLINNEN“, die bis zum 28. Februar 2027 zu sehen ist. Sie zeigt ausschließlich Werke von Künstlerinnen, die in den Gründungsjahren der Kunsthalle die Kunstszene ihrer Zeit prägten, darunter Elvira Bach, Miriam Cahn, Jutta Koether, Rosemarie Trockel und die Gruppe WeibsBilder. Co-kuratiert ist die Schau von der Künstlerin und Zeitzeugin Bettina Semmer, die selbst im Umfeld der Neuen Wilden in den 1980er Jahren tätig war. Die Werke werden in vier Räumen in die laufende Sammlungspräsentation „Bilder, die wir lieben“ integriert und ersetzen dort vorübergehend Arbeiten männlicher Künstler.

Damit reagiert die Kunsthalle nach eigenen Angaben auf ein strukturelles Ungleichgewicht in der eigenen Sammlung, die die von Männern dominierte Kunstwelt der 1980er Jahre widerspiegelt. Erstmals seit einer Ausstellung von 1986 sind mehrere dieser Künstlerinnen wieder gemeinsam zu sehen. Begleitend sind monatliche Gesprächsrunden mit Zeitzeuginnen und Expertinnen geplant.
Für Medienvertreterinnen und Medienvertreter findet am Freitag, 2. Oktober, um 11 Uhr eine Pressevorbesichtigung statt, bei der auch Bettina Semmer anwesend ist.

