Symbolbild: Hausmodell mit Geldscheinen und Rechnungen

Wohnnebenkosten-Vergleich 2026: Hannover und Bremen wieder über dem Schnitt

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Wohnen wird in Deutschland spürbar teurer – auch bei den Nebenkosten, die Kommunen und Versorger festlegen. Das zeigt der aktuelle Wohnnebenkosten-Vergleich des Bundes der Steuerzahler (BdSt), der jährlich Trinkwasser-, Abwasser- und Abfallgebühren sowie den Rundfunkbeitrag für einen Musterhaushalt in allen 16 Landeshauptstädten vergleicht. Im Fokus stehen in diesem Jahr Hannover und Bremen, die beide überdurchschnittlich hohe Belastungen aufweisen.

Im Schnitt aller Landeshauptstädte zahlt ein Drei-Personen-Musterhaushalt 2026 für diese Posten 1.492 Euro pro Jahr, rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Hannover liegt mit 1.583 Euro auf Platz fünf der teuersten Landeshauptstädte, Bremen folgt mit 1.509 Euro auf Platz sechs.

Abfallgebühren: Hannover bundesweit an der Spitze

Bei den Abfallgebühren belegt Hannover bereits seit 2016 unverändert den teuersten Platz aller Landeshauptstädte. 2026 stiegen die Gebühren nochmals um 29 Euro auf 417 Euro – rund 50 Euro mehr als im zweitteuersten Dresden und 133 Euro mehr als im Durchschnitt aller Landeshauptstädte. Auch in Bremen zogen die Abfallgebühren an: Sie stiegen um 35 Euro auf 331 Euro, Platz vier im Städtevergleich.

Trinkwasser in Hannover teurer, Bremen mit größtem Sprung

Beim Trinkwasser zahlt der Musterhaushalt in Hannover 488 Euro pro Jahr und liegt damit auf dem vierten Platz der teuersten Städte. Grund für den Anstieg um 10 Euro seit Juli 2026 ist eine neue Preisregelung des Versorgers Enercity, der den Wasserpreis künftig an die allgemeine Preisentwicklung koppelt. In Bremen stiegen die Trinkwasserkosten sogar um 45 Euro auf 447 Euro.

Niederschlagswasser: beide Städte unter dem Schnitt

Bei der Niederschlagswasserentsorgung schneiden Hannover (120 Euro) und Bremen (125 Euro) dagegen deutlich günstiger ab als der Durchschnitt aller Landeshauptstädte von 165 Euro.

Langfristig größter Anstieg bundesweit in Hannover

Über zehn Jahre betrachtet fällt die Entwicklung in Hannover besonders deutlich aus: Seit 2016 sind die Wohnnebenkosten dort um 39 Prozent beziehungsweise 442 Euro gestiegen, stärker als in jeder anderen Landeshauptstadt. In Bremen liegt der Anstieg bei 29 Prozent beziehungsweise 341 Euro.

Grundsteuer separat ausgewiesen

Die Grundsteuer fließt seit dem Vorjahr nicht mehr in die Gesamtsumme ein, da sich die Bewertungsmodelle durch die Grundsteuerreform von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Sie wird gesondert ausgewiesen: In Bremen liegt sie bei 624 Euro, in Hannover bei 619 Euro – beide über dem Durchschnitt von 527 Euro. Da die Hebesätze gegenüber dem Vorjahr unverändert blieben, änderten sich auch die Grundsteuerbeträge nicht.

Grundlage des Vergleichs ist ein einheitlich definiertes Musterhaus: ein freistehendes Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche und 500 Quadratmetern Grundstücksfläche, Baujahr 1990, bewohnt von einem Drei-Personen-Haushalt.

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