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Bauzaun und Baumaschine auf einer Baustelle, Symbolbild für die Bauarbeiten am EEC Rheine

EEC Rheine: Kampfmittelsuche abgeschlossen, Bauarbeiten sollen im Oktober starten

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Die Untersuchungen auf mögliche Kampfmittel im Boden des Ems-Einkaufs-Centrums (EEC) in Rheine sind abgeschlossen. Das teilte die Bamberger FIM Unternehmensgruppe, Eigentümerin des Areals an der Lingener Straße, am 15. September 2026 mit. Die Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt sollen danach im Oktober, spätestens im November 2026, wieder aufgenommen werden.

Warum sich der Bau verzögert hat

Im Oktober 2025 hatte die FIM Unternehmensgruppe mit einem symbolischen Spatenstich den Baustart für die Neubauten im südlichen Teil des EEC-Areals eingeläutet. Die geplanten Hochbauarbeiten begannen anschließend jedoch nicht wie vorgesehen. Sichtbar wurde in der Zwischenzeit lediglich die Eröffnung des Non-Food-Discounters Action. Grund für die Verzögerung sind nach Angaben des Unternehmens zusätzliche, umfangreiche Untersuchungen auf mögliche Kampfmittel im Boden.

Ausschlaggebend dafür war ein Ereignis nur einen Tag nach dem Spatenstich: In Rheine wurde erneut eine Weltkriegsbombe gefunden. Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg wegen ihrer Bahnknotenpunkte und Industrieanlagen wiederholt Ziel alliierter Luftangriffe, zuletzt im März 1945. Nach historischen Dokumentationen gingen damals allein über 2.000 Bomben über dem Stadtgebiet nieder – Kampfmittel, die auch mehr als 80 Jahre nach Kriegsende noch im Boden liegen und eine konkrete Gefahr darstellen können. Bauvorhaben mit Eingriffen in den Untergrund unterliegen deshalb gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen, die von den zuständigen Behörden begleitet und kontrolliert werden.

„Wir haben das gesamte für die Baumaßnahme vorgesehene Gelände nochmals umfassend auf mögliche Kampfmittel untersuchen lassen“, erläutert Jan Lerke, Geschäftsführer der FIM Unternehmensgruppe. „Einen konkreten Kampfmittelfund hatten wir auf dem EEC-Gelände glücklicherweise bis heute nicht. Die erforderlichen Abstimmungen, vorbereitenden Arbeiten und Sondierungen nahmen aber erheblich mehr Zeit in Anspruch, als wir ursprünglich geplant hatten.“

Was in den vergangenen zehn Monaten geschehen ist

Oberirdisch war von den Arbeiten kaum etwas zu sehen. Im Mittelpunkt standen laut FIM die Untersuchung, Bewertung und Absicherung des Baugrunds sowie die dazugehörige Risikoanalyse. Seit dem Frühsommer 2026 gelten die Kampfmitteluntersuchungen als abgeschlossen. Von einem vollständigen Stillstand könne dennoch keine Rede sein: Bereits im ersten Bauabschnitt wurde die rund 4.000 Quadratmeter große Handelsfläche im Erdgeschoss des historischen Hauptgebäudes der ehemaligen Spinnerei neu strukturiert. Seit gut eineinhalb Jahren sind dort unter anderem Aldi, Action, KiK und Takko ansässig.

„Wir verstehen, dass die lange sichtbare Ruhe auf dem Gelände in der Bevölkerung Fragen aufwirft. Auch wir hätten das Bauvorhaben gern früher fortgesetzt, aber beim Thema Sicherheit wollten wir keine Abstriche machen. Diese Entscheidung hat Zeit und auch Geld in nicht unbeträchtlicher Höhe gekostet, war aber richtig und notwendig“, so Lerke.

Was als Nächstes kommt

Auf dem rund 32.600 Quadratmeter großen EEC-Areal soll ein offenes Quartier mit Schwerpunkt Nahversorgung entstehen. Im südlichen Bereich sind auf etwa 6.500 Quadratmetern Handelsfläche ein Marktkauf, Rossmann und Das Futterhaus sowie weitere Flächen für Dienstleistungen und Gastronomie vorgesehen. Im Obergeschoss sollen mehr als 2.500 Quadratmeter für Büros, Verwaltung, medizinische Einrichtungen und weitere Services entstehen. Ein späterer Bauabschnitt sieht an der Ems zusätzlich ein Hotel vor. Insgesamt soll die Mietfläche des EEC von derzeit rund 20.000 auf mehr als 24.000 Quadratmeter wachsen. Aktuell laufen laut FIM die Vergabegespräche und Verhandlungen für den zweiten Bauabschnitt.

„Wir stehen unverändert zu unserem Ziel, das EEC zu einem modernen, gut erreichbaren Nahversorgungsstandort und lebendigen Stadtquartier weiterzuentwickeln. Eine belastbare und sichere Grundlage ist uns wichtiger als ein vorschneller Baustart“, so Lerke. Gemeinsam mit den Projektpartnern wolle man die nächsten Schritte nun zügig umsetzen.

Die Vorgeschichte des Areals

Das EEC an der Lingener Straße ist seit 1972 ein etablierter Handelsstandort. Nach der Schließung des früheren Real-Marktes im April 2021 und zunehmendem Leerstand erwarb die FIM Unternehmensgruppe das Objekt im Frühjahr 2022, um es neu zu ordnen. Aus der ursprünglich geplanten Modernisierung entwickelte sich im Zuge dessen eine umfassende Neuplanung des historisch und industriell geprägten Areals. Das machte auch Anpassungen bei den Ausschreibungen für die rund 20 am Bau beteiligten Gewerke nötig, ebenso wie zusätzliche Prüfungen zu Altlasten, Baugrund, Hochwasser- und Überflutungsschutz, Entwässerung sowie Arten-, Schall- und Verkehrsschutz.

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