In Osnabrück ist eine 96-jährige Frau Opfer eines sogenannten Schockanrufs geworden. Sie übergab einer unbekannten Frau Bargeld und Schmuck im Wert eines mittleren fünfstelligen Betrags. Die Polizei ermittelt und bittet die Bevölkerung um Hinweise.
Anruf mit erschütternder Botschaft
Am Donnerstagnachmittag gegen 15 Uhr erhielt eine 96-jährige Seniorin aus Osnabrück einen Anruf, der sie in tiefe Sorge versetzte. Am anderen Ende der Leitung gab sich ein Mann als ihr Sohn aus. Er berichtete, er befinde sich im Krankenhaus und benötige dringend Geld für eine Notoperation. Unter dem Eindruck dieser vermeintlichen Notlage ließ sich die Frau dazu bewegen, Bargeld und Schmuck bereitzulegen.
Kurze Zeit später erschien eine bislang unbekannte Frau an der Wohnanschrift der Seniorin in der Rheiner Landstraße und nahm die Wertgegenstände entgegen. Der Gesamtwert von Bargeld und Schmuck liegt nach Polizeiangaben im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich.
Beschreibung der Täterin
Die Polizei sucht nun nach der Frau, die das Geld und den Schmuck abgeholt hat. Sie wird wie folgt beschrieben: 40 bis 45 Jahre alt, etwa 1,60 bis 1,65 Meter groß, mit roten, zu einem Zopf gebundenen Haaren. Sie trug eine Bluse, möglicherweise mit Weste, sowie einen Rock.
Die Abholung fand im Bereich zwischen dem Heger Friedhof und der Straße „Trotzenburg“ statt – also im unmittelbaren Umfeld der Rheiner Landstraße in Osnabrück.
Polizei bittet um Hinweise
Die Ermittler der Polizeiinspektion Osnabrück suchen nun nach Zeugen. Wer am Donnerstag, dem 17. September, zwischen 15 und 16 Uhr im genannten Bereich verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird gebeten, sich zu melden. Hinweise nimmt die Polizei unter den Telefonnummern 0541/327-3303 oder 0541/327-2115 entgegen.
Die Masche der Schockanrufe ist der Polizei zufolge weiterhin ein häufiges Betrugsphänomen. Dabei geben sich Anrufer als Angehörige aus, die angeblich in einer akuten Notlage stecken – etwa nach einem Unfall oder, wie in diesem Fall, wegen einer dringenden Operation. Ziel ist es, die Opfer emotional unter Druck zu setzen, damit sie schnell und unüberlegt Geld oder Wertgegenstände herausgeben. Die Polizei rät, bei solchen Anrufen misstrauisch zu bleiben und im Zweifel Rücksprache mit der Familie zu halten oder die Polizei direkt zu informieren, bevor Geld oder Wertsachen übergeben werden.

