Die niedersächsische Wirtschaft hat im ersten Halbjahr 2026 zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt lag nach ersten Berechnungen des Landesamts für Statistik Niedersachsen (LSN) preisbereinigt um 1,0 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Bundesweit wuchs die Wirtschaftsleistung der Länder im Schnitt um 0,9 Prozent, Niedersachsen liegt damit knapp darüber. Für das gesamte Jahr 2025 hatte das Land noch ein Plus von 0,7 Prozent gemeldet.
Ohne Preisbereinigung liegt der Bund vorn
In laufenden Preisen, also ohne Herausrechnen der Preisentwicklung, stieg das niedersächsische BIP um 3,2 Prozent. Hier war der Bundesdurchschnitt mit 3,7 Prozent höher.
Industrie mit vollen Auftragsbüchern, Bau mit Umsatz
Die Branchen entwickelten sich unterschiedlich:
- Verarbeitendes Gewerbe: Umsatz minus 0,2 Prozent, Auftragseingänge plus 9,2 Prozent
- Bauhauptgewerbe: Umsatz plus 2,3 Prozent, Auftragseingänge minus 2,7 Prozent
- Einzelhandel: real plus 0,1 Prozent
- Großhandel: real minus 1,5 Prozent
- Gastgewerbe: real minus 5,7 Prozent
Vor allem das kräftige Auftragsplus in der Industrie deutet darauf hin, dass sich die Produktion in den kommenden Monaten beleben könnte. Beim Bau zeigt sich das umgekehrte Bild: Die Firmen arbeiten volle Auftragsbücher ab, neue Aufträge kommen aber weniger herein. Deutlich schwächer lief es im Gastgewerbe.
Vorläufige Zahlen
Die Ergebnisse stammen aus ersten Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder und können sich noch ändern, wenn weitere Wirtschaftsdaten vorliegen.

