Das geplante Agrarstrukturgesetz für Niedersachsen steht vor dem Abschluss. Der federführende Landwirtschaftsausschuss des Landtags empfiehlt, den Gesetzentwurf der Landesregierung mit Änderungen anzunehmen. SPD und Grüne stimmten dafür, CDU und AfD dagegen. Am Mittwoch, 30. September 2026, berät der Haushaltsausschuss noch mit, danach ist das Plenum am Zug.
Was das Gesetz regeln soll
Behörden sollen den Verkauf von Agrarflächen untersagen können, wenn der Preis mehr als 50 Prozent über dem üblichen Marktwert liegt. Für Pachtverträge gilt eine entsprechende Grenze beim durchschnittlichen Pachtpreis. Auch der Kauf von Anteilen an Gesellschaften, denen Land gehört, soll genehmigungspflichtig werden. Bislang lassen sich solche Share Deals an der Kontrolle vorbei abwickeln. Zudem können die Behörden Käufe stoppen, die zu einer übermäßigen Konzentration von Flächen führen oder die weit entfernt vom Betrieb des Käufers liegen.
Hintergrund sind die stark gestiegenen Bodenpreise. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums kostet ein Hektar Agrarland in Niedersachsen im Schnitt rund 48.000 Euro, fast dreimal so viel wie 2010. Die Pachtpreise sind seitdem um mehr als 80 Prozent gestiegen. Der Landesbauernverband Landvolk hatte einen früheren Entwurf 2024 als „Bürokratiemonster“ kritisiert und rechtliche Bedenken angemeldet.

