Bevor Jascha Rohr am 1. November 2026 sein Amt als Oberbürgermeister von Oldenburg antritt, hat ihm die Wirtschaft eine Aufgabenliste vorgelegt. Der IHK-Beirat Stadt Oldenburg hat auf Grundlage der aktuellen Standortumfrage der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer Handlungsempfehlungen formuliert. Ganz oben: schnellere Verwaltungsverfahren und ein rascher Neubau der Eisenbahnbrücke über die Hunte.
Die Huntebrücke soll Chefsache werden
Die marode Bahnbrücke ist nach Einschätzung des Beirats zum Nadelöhr für Personen- und Güterzüge im Nordwesten geworden. „Der Neubau muss auch für den neuen Oberbürgermeister Chefsache sein. Wir können nicht bis 2040 warten“, sagt Linda Heitmann, Vorsitzende des IHK-Beirats Stadt Oldenburg.
Wo die Unternehmen am unzufriedensten sind
In der Umfrage bewerten die Betriebe vor allem die Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Wirtschaftsnähe der Verwaltung und die Standortkosten kritisch. „Unternehmen erwarten keine Sonderrechte, sondern Verlässlichkeit“, sagt Heitmann. Genehmigungen müssten transparent, digital und effizient ablaufen, die Geschwindigkeit öffentlicher Entscheidungen werde zunehmend zum Standortfaktor.
Fünf Handlungsfelder, viel Blick aufs Umland
Die Empfehlungen gliedern sich in fünf Bereiche: Planungs- und Genehmigungsprozesse, Fachkräfte und Standortattraktivität, Mobilität und Infrastruktur, Wettbewerbsfähigkeit und Flächen sowie Innenstadt und Lebensqualität. Konkret soll die Stadt Fachkräftegewinnung und Lebensqualität zusammen denken, Gewerbeflächen gemeinsam mit den Nachbarkommunen entwickeln und bei Verkehr und Infrastruktur regionale Lösungen suchen. Die Innenstadt soll als Ort zum Arbeiten, Einkaufen und Treffen gestärkt werden. Oldenburg sei als Oberzentrum auf eine starke Region angewiesen, so Heitmann, und solle seine Rolle als Partnerin des Umlands aktiv wahrnehmen.

