Wer in Niedersachsen ein Wohnhaus baut, zahlt für die Bauleistungen deutlich mehr als vor einem Jahr. Im August 2026 lagen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Das ist nach Angaben des Landesamts für Statistik Niedersachsen (LSN) der stärkste Anstieg seit August 2023, als das Plus 6,1 Prozent betrug. Im Mai 2026 hatte die Jahresteuerung noch bei 4,2 Prozent gelegen.
Gegenüber Mai stieg der Baupreisindex um 1,1 Prozent auf 141,8 Punkte. Bezugsjahr ist 2021 mit 100 Punkten, Bauen ist seither also um gut 40 Prozent teurer geworden.
Erdarbeiten und Holzbau mit kräftigem Plus
Rohbauarbeiten verteuerten sich binnen eines Jahres um 4,9 Prozent. Beton- und Mauerarbeiten, die den größten Anteil am Index haben, stiegen moderater um 3,9 und 3,5 Prozent. Deutlich stärker zogen Erdarbeiten (plus 8,2 Prozent) an, ebenso Ramm-, Rüttel- und Pressarbeiten, Abdichtungen sowie Zimmer- und Holzbauarbeiten mit jeweils 7,1 Prozent. Dachdecker (plus 6,1 Prozent) und Klempner (plus 5,4 Prozent) wurden ebenfalls spürbar teurer.
Ausbau: Lüftungs- und Dämmarbeiten vorn
Beim Ausbau lag das Plus bei 5,1 Prozent. Am stärksten stiegen die Preise für Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen (plus 9,2 Prozent) und für Lüftungsanlagen (plus 8,0 Prozent). Tischler- sowie Maler- und Lackierarbeiten kosteten je 6,8 Prozent mehr, Metallbau 6,3 Prozent und Heizungs- und Warmwasseranlagen 5,1 Prozent. Nahezu unverändert blieben nur Aufzüge und Förderanlagen mit minus 0,3 Prozent.
Auch Renovieren und Straßenbau teurer
Schönheitsreparaturen in Wohnungen kosteten 5,6 Prozent mehr als vor einem Jahr, sonstige Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden 5,5 Prozent. Der Neubau von Bürogebäuden verteuerte sich um 5,4 Prozent, der von gewerblichen Betriebsgebäuden um 5,1 Prozent. Am stärksten stiegen erneut die Preise im Straßenbau, um 6,2 Prozent.

