Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Grüne) wünscht sich in Deutschland mehr private Vorsorge für den Krisenfall. Das ist eines ihrer Fazits nach einer fünftägigen Delegationsreise nach Estland. Dort sei es für die Menschen selbstverständlich, im Notfall eine Zeit lang selbst mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff auskommen zu können.
Vorräte im Haushalt als Normalfall
Staudte führt diese Haltung auch auf die Lage des Landes an der Grenze zu Russland zurück. Der estnische Staat lagere zwar, ähnlich wie Deutschland, Notreserven ein, die Bevölkerung sorge aber zusätzlich selbst vor. „Das muss auch in Deutschland noch viel selbstverständlicher werden“, sagte die Ministerin. Neben Gesprächen mit der estnischen Regierung stand deshalb auch ein Austausch mit Einrichtungen des Bevölkerungsschutzes zu Krisenvorsorge und Ernährungssicherheit auf dem Programm.
Estland als digitales Vorbild
Der zweite Schwerpunkt der Reise war die Digitalisierung. Staudte bezeichnete Estland als „Musterschüler für digitalen Fortschritt“ in der EU, im Alltag, im Kontakt mit Behörden und bei IT-Werkzeugen für die Landwirtschaft. Als Erfolgsfaktoren nennt sie eine funktionierende Vernetzung der Daten im öffentlichen Bereich und den selbstverständlichen Umgang mit digitalen Anwendungen in allen Altersgruppen. Die Delegation besuchte dazu auch IT-Unternehmen, die auf Landwirtschaft spezialisiert sind, sowie landwirtschaftliche Betriebe.
Wer mitgereist ist
Zur Delegation gehörten Vertreterinnen und Vertreter landwirtschaftlicher Verbände, aus Wissenschaft und Forschung und aus der landwirtschaftlichen Praxis sowie Abgeordnete des Niedersächsischen Landtags. Ziel der Reise war es, Anregungen für die Land- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen mitzunehmen.

