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Moorlandschaft, Symbolbild zum Moorbrand auf dem WTD-91-Gelände in Meppen

Moorbrand WTD 91: Bundeswehr soll am 27. Oktober im Umweltausschuss Rede und Antwort stehen

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Der Ausschuss für Umwelt und Natur des Landkreises Emsland tagt am Dienstag, 27. Oktober 2026, um 15 Uhr im Sitzungssaal des Kreishauses I in Meppen (Ordeniederung 1). Einziges Sachthema ist der Moorbrand von 2018 auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91). Die Sitzung ist öffentlich, gegen 16 Uhr ist bei Bedarf eine Einwohnerfragestunde vorgesehen.

Warum der Ausschuss einen zweiten Anlauf nimmt

Eigentlich sollte das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) schon am 31. August berichten, so war es vorab angekündigt. Die Vertreter der Bundeswehr sagten jedoch kurzfristig ab. Fachbereichsleiter Philippe Gründer trug stattdessen vor, was der Landkreis aus dem Arbeitskreis zur Aufarbeitung der Umweltschäden (AKAUM) weiß. Ein Protokoll der letzten Arbeitskreissitzung lag der Verwaltung zu dem Zeitpunkt nicht vor.

Das reichte den Ausschussmitgliedern nicht. Martin Koopmann (CDU) beantragte, die Bundeswehr noch vor Ende der Wahlperiode am 31. Oktober erneut einzuladen, damit der amtierende Ausschuss seine seit Langem offenen Fragen selbst stellen kann. Der Beschluss fiel einstimmig. Laut einer ergänzten Sitzungsvorlage vom 23. September ist der 27. Oktober der gemeinsame Ersatztermin.

Bundeswehr hat den Arbeitskreis für beendet erklärt

Hinter dem Unmut steckt mehr als eine abgesagte Sitzung. Im AKAUM saßen neben mehreren Bundeswehrdienststellen auch das Umweltministerium, der NLWKN, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises und der NABU. Nach der neunten Sitzung am 11. Juni 2026 erklärte das BAIUDBw den Auftrag mit der Vorstellung der Wiedervernässungskonzepte für erfüllt. Zugleich rückt nach Darstellung des Landkreises wegen der geopolitischen Lage der militärische Auftrag der WTD 91 wieder stärker in den Vordergrund.

Gründer zweifelte im Ausschuss an, dass die Bundeswehr den Arbeitskreis einseitig auflösen kann, und verwies auf noch offene Fragen. Kreisbaurat Dr. Michael Kiehl sagte zu, das Protokoll der letzten Arbeitskreissitzung beim Bund anzufordern. Darum hatte Ulrich Ostermann (SPD) gebeten.

Was über den Zustand des Moores bekannt ist

Ziel der Planung ist, den Moorkörper im Naturschutzgebiet „Tinner Dose-Sprakeler Heide“ stärker zu vernässen. Das soll moortypische Lebensräume fördern, den Aufwuchs von Gehölzen bremsen und das Gelände besser gegen neue Brände schützen. In einem ersten Schritt sind Maßnahmen auf rund 250 Hektar in den höchstgelegenen Bereichen des Moores angedacht, empfohlen werden dafür 20 Grabenverschlüsse. Die größte Wirkung hätte ein Anstau der Randgräben, der aber Flächen Dritter berühren würde und deshalb nicht ohne Weiteres umsetzbar ist.

Bremsend wirken die Altlasten aus dem Schießbetrieb. Rund 3.000 Hektar sind inzwischen von Kampfmitteln geräumt, vollständig kampfmittelfrei wird das Gelände nach Einschätzung aus dem Arbeitskreis nie werden. Hohe Wasserstände und ein ausgeweiteter Schießbetrieb haben die Räumung zusätzlich verzögert.

Das Monitoring liefert aber auch positive Befunde: Auf den 15 Stichprobenflächen, die seit 2019 untersucht werden, breiten sich Torfmoose aus, während Störungszeiger zurückgehen. Bei der Brutvogelerfassung 2026 wurden bis Juni 70 Vogelarten gezählt, darunter Kraniche, Brachvögel, Ziegenmelker und mehr als 100 revieranzeigende Blaukehlchen.

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