Thole Diekmann (20) aus Westerstede ist der beste Kfz-Mechatroniker Niedersachsens. Beim Landeswettbewerb der Deutschen Meisterschaft im Kfz-Handwerk setzte sich der junge Geselle in Aurich gegen fünf Konkurrenten durch. Platz zwei ging an Colin Schreurs (19) aus Wielen in der Grafschaft Bentheim, Dritter wurde Jannes Einnolf (23) aus Neuschoo im Landkreis Wittmund.
Ausgetragen wurde der Wettbewerb in der Kfz-Ausbildungswerkstatt des Berufsbildungszentrums (BBZ) der Handwerkskammer für Ostfriesland. Die niedersächsischen Handwerkskammern hatten jeweils ihre besten Prüflinge aus rund 2.000 Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2025/26 ins Rennen geschickt.
Die Platzierungen im Überblick
1. Platz: Thole Diekmann (20) aus Westerstede, Ausbildungsbetrieb Egon Senger GmbH in Westerstede (Handwerkskammer Oldenburg)
2. Platz: Colin Schreurs (19) aus Wielen, Ausbildungsbetrieb Kronemeyer Autohaus GmbH in Emlichheim (Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim)
3. Platz: Jannes Einnolf (23) aus Neuschoo, Ausbildungsbetrieb Werner Brumm GmbH in Wittmund (Handwerkskammer für Ostfriesland)
4. Platz: Maurice Block (20) aus Ritterhude, Ausbildungsbetrieb Autohaus Gerken GmbH & Co. KG in Ritterhude (Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade)
5. Platz: Max Müller (22) aus Hameln, Ausbildungsbetrieb Meindl Fahrzeugbau GmbH in Hameln (Handwerkskammer Hannover)
6. Platz: Felix Krampe (24) aus Steinheim, Ausbildungsbetrieb Rudolf Vatterott GmbH in Holzminden (Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen)

20 Minuten je Station, geprüft auf Meisterniveau
Sechs Prüfstationen mussten die Teilnehmer absolvieren, für jede Fehlerdiagnose blieben 20 Minuten. Gefragt waren Motorsteuerung, Hochvoltsysteme, Fahrlichtassistenz, die Einstellung von Frontkameras, Signalaufnahme und die Diagnose am CAN-Bus. An einem Audi R8 war die Sensorik der Lichtsteuerung so manipuliert, dass das Fahrzeug nachts den Gegenverkehr blendet. Den Fehler galt es mit einem Gutmann-Tester aufzuspüren. An einem VW T-Roc musste die Kamera neu kalibriert werden, und bei einem Elektroauto war die Isolation zwischen Karosserie und Hochvoltsystem beschädigt.
Die Aufgaben hatte Lehrwerksmeister Holger Wulf zusammengestellt. „Wir haben auf Meisterniveau geprüft. Da kamen einige ins Schwitzen. Aber alle Aufgaben waren machbar“, sagte der Kfz-Meister. Thorsten Brändle, Technischer Leiter des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen, sah die Schwierigkeit vor allem darin, mit Ungewohntem umzugehen und um die Ecke zu denken. Weil sich viele Betriebe spezialisieren, könne nicht jeder Ausbildungsbetrieb alle Inhalte abdecken. Die Urkunde sei für die jungen Gesellen eine gute Ergänzung der Bewerbungsunterlagen.

Nächste Station: Bundesentscheid in Koblenz
Mit dem Sieg hatte Thole Diekmann nach eigenen Worten nicht gerechnet. „Der Druck war extrem hoch. Aber ich wollte es unbedingt schaffen“, sagte er. Am liebsten spürt er Fehler an Motorsystemen auf. Langfristig will er die Meisterprüfung ablegen. Zunächst aber vertritt er Niedersachsen am Freitag, 6. November 2026, beim Bundeswettbewerb in Koblenz. Dort geht es um die Qualifikation für die Europameisterschaft 2027 in Düsseldorf.
Auch der Drittplatzierte Jannes Einnolf will den Meistertitel angehen. Der Abiturient hatte zunächst ein IT-Studium im Blick, machte dann aber sein Hobby, das Schrauben an Autos und Motorrädern, zum Beruf. Stark war er nach eigener Einschätzung in Hochvolt- und Motorentechnik. Bei der Signalaufnahme am Gutmann-Tester, mit dem er im Betrieb nur selten arbeitet, habe er nicht mehr alles im Kopf gehabt. Sein Fazit: „Mit jeweils wenigen Punkten Unterschied war es eine sehr knappe Kiste.“


