Der Landkreis Osnabrück kommt als Standort für ein Atommüll-Endlager deutlich seltener infrage als noch vor einem Jahr. Nach dem Arbeitsstand, den die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am Dienstag, 27. Oktober 2026, veröffentlicht hat, sind viele Flächen im Kreisgebiet inzwischen als ungeeignet oder nur gering geeignet eingestuft. Offen ist dagegen weiter ein Streifen zwischen dem Raum Wittlage und der Samtgemeinde Fürstenau.
Was sich gegenüber 2025 geändert hat
Die BGE prüft die infrage kommenden Gebiete in vier Schritten, den sogenannten repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen. Im Arbeitsstand 2025 waren große Bereiche im Landkreis noch gar nicht bewertet. Ein Großteil davon ist nun in die Kategorie D (ungeeignet) oder C (geringe Eignung) eingeordnet. Die Karten oben zeigen den Vergleich beider Jahre.
Wo im Kreis noch geprüft wird
Das Band von Wittlage bis Fürstenau führt die BGE weiterhin als Gebiet in Bearbeitung. Solche Flächen haben die ersten beiden Prüfschritte weitgehend bestanden und werden in den Schritten drei und vier genauer bewertet. Der Landkreis will das Verfahren deshalb weiter eng begleiten. Gemeinsam mit der Stadt Osnabrück und mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen hatte er bereits in der Vergangenheit über den Stand informiert und sich fachlich beraten lassen.
Landrätin Anna Kebschull bewertet den neuen Stand positiv. Sie hält es für ein gutes Zeichen, dass die Suche allein nach wissenschaftlichen Kriterien laufe, und zeigt sich erleichtert, dass große Teile des Kreises als Standortregion ausscheiden.
So geht es weiter
Die BGE will Ende 2027 vorschlagen, welche Standortregionen im weiteren Verfahren übertägig erkundet werden sollen. Die aktuellen Arbeitsstände sind nicht rechtsverbindlich. Wer selbst nachsehen will, wie die Gebiete in seiner Umgebung eingestuft sind, findet die Karten im Endlagersuche-Navigator der BGE.
Wie es im benachbarten Emsland aussieht, wo vier Gebiete im Verfahren bleiben, darunter zwei Tonvorkommen bei Freren und Spelle, lesen Sie hier.

