Die Hyperloop-Forschung der Hochschule Emden/Leer hat es bis ins Europäische Parlament geschafft. Prof. Dr. Thomas Schüning und Prof. Dr. Walter Neu vom Institut für Hyperloop Technologie (IHT) nahmen am Mittwoch, 4. November 2026, an einer öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses (TRAN) in Brüssel teil. Angestoßen hatte die Anhörung der Europaabgeordnete Jens Gieseke.
Worum es in Brüssel ging
Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Regeln die EU braucht, damit neue Techniken im Massenverkehr eine Chance bekommen. Fachleute aus dem Bahnsektor, darunter der Branchenverband UNIFE und die französische Staatsbahn SNCF, sprachen über die Zukunft der Schiene. Projektpartner des IHT, darunter Hardt Hyperloop, stellten vor, was Hyperloop-Systeme technisch und wirtschaftlich leisten könnten.
Laut Hochschule verfolgten rund 10 Abgeordnete und etwa 60 Gäste die Sitzung im Saal, dazu kam ein öffentlicher Livestream. In der Fragerunde sprachen sich mehrere Abgeordnete für die Technik aus, darunter Gieseke und Jeannette Baljeu.
Was hinter dem Hyperloop steckt
Beim Hyperloop gleiten Kapseln durch Röhren, in denen nur ein geringer Luftdruck herrscht. Sie sollen ähnlich schnell sein wie Flugzeuge und lassen sich ohne Emissionen betreiben. In Emden steht dafür seit März 2025 die 27 Meter lange Teströhre „goTube“, die in Forschung und Lehre genutzt wird.
Es geht um Geld aus dem nächsten EU-Haushalt
Die Anhörung fällt in die Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU, im November stehen dazu Abstimmungen an. Das IHT hat mit Partnern Vorschläge zur Hyperloop-Förderung bei den Berichterstattern für das 10. Forschungsrahmenprogramm und den Europäischen Wettbewerbsfonds eingereicht. Entscheidend sei nun, ob die Änderungsanträge im Parlament berücksichtigt werden, sagt Schüning. In Deutschland sieht er die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung vereinbarte Hyperloop-Referenzstrecke auf gutem Weg.

