500.000 Kinder verlassen Grundschulen ohne sichere Schwimmkenntnisse

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Deutschland. Jedes Jahr verlassen etwa 500.000 Kinder die Grundschulen, ohne sicher schwimmen zu können. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) fordert daher Maßnahmen, damit bis 2036 alle Grundschulkinder sicher schwimmen lernen, um Risiken im Wasser zu vermeiden.

Sicher Schwimmen Lernen: Maßnahmen für mehr Sicherheit im Wasser

Der DSV machte bei einer Bundestagsanhörung deutlich, dass Schwimmbäder früher feste Orte der Freizeitgestaltung für Kinder waren, die heute zunehmend an Bedeutung verlieren. Präsident David Profit erinnerte an die frühere Normalität des Schwimmbadbesuchs und stellte fest: Viele Kinder haben heute keinen sicheren Zugang mehr zum Schwimmen lernen.

Für den DSV ist das Schwimmenlernen eine lebenswichtige Fähigkeit. Deshalb schlägt der Verband vor, ein bundesweites Kompetenzzentrum und eine gemeinsame Kommission aus Bund, Ländern, Kommunen sowie Schwimmverbänden wie DSV und DLRG einzurichten. Diese sollen einheitliche Qualitätsstandards für die Schwimmlehrer-Ausbildung erarbeiten und eine bessere Koordination schaffen. Eine geplante öffentlich nutzbare Plattform soll Ausbildungswege, Schwimmkurse und Informationen bündeln und für Transparenz sorgen.

Herausforderungen in der Praxis

Studien zeigen, dass nur rund 25 Prozent der Kinder das Schwimmen im Rahmen des Schulunterrichts erlernen. Die Mehrheit erhält Schwimmunterricht in Vereinen oder privaten Schwimmschulen – mit stark variierenden Standards und von sozialen wie regionalen Faktoren abhängig. Der DSV-Vorstand Jan Pommer betont deshalb die Notwendigkeit eines verbindlichen Rahmens, der Schulen entlastet und die verschiedenen Lernorte vernetzt.

„Wir dürfen Schwimmenlernen nicht länger voraussetzen, wir müssen es wieder organisieren“, sagte Pommer.

Auch Uwe Herrmann, Vorsitzender der Deutschen Schwimmjugend, weist darauf hin, dass Schwimmenlernen oft an fehlender Abstimmung scheitert: Eltern finden Angebote nicht, Schulen sind überlastet, Vereine leiden unter Personalengpässen.

Bedeutung von Schwimmbad-Infrastruktur für das Schwimmen lernen Grundschule

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sanierung und der Neubau von Schwimmbädern. Der DSV begrüßt die Bereitstellung von 20 Millionen Euro zur Förderung des Schwimmenlernens, verweist jedoch auf den bestehenden Sanierungsstau, der in Milliardenhöhe liegt. Nur wenn funktionsfähige Schwimmbäder vorhanden sind, könne das Ziel, allen Grundschulkindern das Schwimmen beizubringen, erreicht werden. Als Leitlinie schlägt der DSV den Deutschen Schwimmbadplan für die nächsten 15 Jahre vor.

Die Rolle des DSV umfasst sowohl den Breitensport als auch den Spitzensport. Nachhaltige Schwimmausbildung betrachtet der Verband als gesellschaftliche Grundlage für Sicherheit und Teilhabe – von Kindern bis zu älteren Menschen.

  • Jährlich 500.000 Kinder können nicht sicher schwimmen
  • Nur 25 % lernen Schwimmen in der Schule
  • Maße für Qualität und Koordination geplant
  • Investitionen in Sanierung von Schwimmbädern notwendig

Perspektiven und Handlungsbedarf beim Schwimmen lernen Grundschule

Für Eltern, Schulen und Kommunen bedeutet das: Es ist ein gemeinsames Engagement notwendig, um Schwimmen als sichere Grundkompetenz für alle Kinder zu garantieren. Konkrete Schritte sind die Schaffung verbindlicher Qualitätsstandards und eine verbesserte Infrastruktur. Die geplante Plattform soll Eltern und Lernorte besser vernetzen und informieren.

In den kommenden Jahren wird es entscheidend sein, wie Bund, Länder und Kommunen zusammen mit dem DSV und anderen Partnern die Schwimmausbildung fördern. So kann das Ziel erreicht werden, dass kein Kind mehr die Grundschule verlässt, ohne sicher schwimmen zu können. Weitere Informationen und aktuelle Studien finden Sie auf der Website des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) sowie beim Bundesministerium des Innern und für Sport. Mehr zum Thema Schwimmen lernen in der Grundschule erfahren Sie auch direkt bei regionalupdate.de.

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