Landwirtschafts- und Industrieverbände fordern Änderungen an EU-Entwaldungsverordnung

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Berlin. Ein Bündnis aus Landwirtschafts- und Industrieverbänden begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission, den Start der Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR) zu verschieben. Der Deutsche Bauernverband, der Verband der Fleischwirtschaft, der Milchindustrie-Verband, der Deutsche Raiffeisenverband, der Wirtschaftsverband Häute und Leder sowie der Verband der Deutschen Lederindustrie sehen in der Verschiebung eine Chance, zentrale Mängel der Verordnung zu korrigieren.

Ziel unterstützt, Umsetzung kritisiert

Grundsätzlich unterstützen die Verbände das Ziel, die weltweite Entwaldung einzudämmen. Kritik richtet sich jedoch gegen die Ausgestaltung: Auch Länder wie Deutschland, in denen keine Entwaldung stattfindet, müssten umfangreiche Nachweise erbringen. Dies führe zu zusätzlicher Bürokratie, gefährde Lieferketten und schwäche die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Land- und Ernährungswirtschaft. Besonders betroffen seien die Wertschöpfungsketten von Rindfleisch, Häuten, Leder und Soja.

Forderung nach vierter Risikokategorie

Das Bündnis fordert die Einführung einer vierten Risikokategorie für Regionen mit nachweislich geringem Entwaldungsrisiko. Damit sollen unverhältnismäßige Nachweispflichten vermieden werden. Zudem verlangen die Verbände einheitliche europäische Verwaltungssysteme, um Rechtssicherheit zu schaffen und den Binnenmarkt funktionsfähig zu halten.

Zeit für grundlegende Überarbeitung nutzen

Die Verschiebung des Anwendungsbeginns sei notwendig, um strukturelle Probleme zu lösen. Rat und Europäisches Parlament werden aufgefordert, dem Vorschlag der Kommission zuzustimmen und die gewonnene Zeit für eine praxisnahe Überarbeitung zu nutzen.

Bedeutung für die Region

Auch Landwirte und Betriebe im Emsland und der Grafschaft Bentheim könnten von den Regelungen betroffen sein. Gerade in einer Region mit starker Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung wären zusätzliche bürokratische Hürden spürbar. Eine klare, praxistaugliche Regelung könnte hier für Entlastung sorgen.

Quelle: Deutscher Bauernverband e. V.

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