Löningen. Beim 7. Niedersächsischen Tag der Landentwicklung und der Verleihung des Digitalisierungspreises Agrar und Ernährung stand Löningen gleich doppelt im Rampenlicht. Rund 130 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen und Regionen diskutierten nachhaltige Zukunftsprojekte, während innovative Agrartechnologien aus Löningen, Osnabrück und Cantrup ausgezeichnet wurden. Beide Veranstaltungen zeigen, wie vielfältig und zukunftsgerichtet ländliche Räume in Niedersachsen aufgestellt sind.
Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte betonte beim Tag der Landentwicklung, dass die Herausforderungen der ländlichen Räume – von demografischem Wandel bis Digitalisierung – nur durch passgenaue, regionale Ansätze bewältigt werden können: „Kein Ort in Niedersachsen gleicht dem anderen, aber es gibt gemeinsame Sorgen. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen durch nachhaltige Förderungen und Netzwerke zu stärken.“
Nachhaltige Landentwicklung mit Wirkung
Seit Beginn der Förderperiode PFEIL (Programm zur Förderung der Entwicklung im ländlichen Raum) wurden in Niedersachsen fast 12.000 Projekte mit über 900 Millionen Euro unterstützt. Beispiele wie der Strohbau im Landkreis Göttingen oder neue Wassermanagement-Ansätze in Uelzen zeigten beim Aktionstag in Löningen, wie Vielfalt und Kreativität die Zukunftsfähigkeit sichern können.
Staudte dankte den beteiligten Ämtern und regionalen Akteurinnen und Akteuren: „Ohne Ihre Ideen, Ihr Engagement und Ihren finanziellen Beitrag wären diese Entwicklungen nicht möglich.“
Mehr zum Förderprogramm ist auf der Seite des Landwirtschaftsministeriums abrufbar. Weitere regionale Förderinformationen finden Leser auch unter Ratgeber.
Digitalisierungspreis für smarte Agrartechnologie
Parallel zum Tag der Landentwicklung wurde ebenfalls in Löningen der „Digitalisierungspreis Agrar und Ernährung Niedersachsen“ verliehen. Der mit 15.000 Euro dotierte Wettbewerb prämierte praxisnahe Projekte, die durch digitale Lösungen Nachhaltigkeit, Tierwohl und Effizienz in der Landwirtschaft stärken.
Der erste Platz ging an die noxt! Sensortec GmbH aus Löningen (Landkreis Cloppenburg). Ihr Sensorsystem zur Echtzeitmessung von Trockensubstanzgehalten in Silagen erlaubt eine exakte Futterdosierung – wetterunabhängig und ressourcenschonend. Ministerin Staudte: „Dieses System steigert das Tierwohl und optimiert Produktionsprozesse in beeindruckender Weise.“
KI aus Osnabrück und Cantrup überzeugt Jury
Auf Rang zwei folgte das Deep-Tech-Startup Nature Robots GmbH aus Osnabrück mit einem autonomen Agrarrobotik-System, das ganz ohne GPS arbeitet und durch präzise 3D-Kartierung neue Maßstäbe für die regenerative Landwirtschaft setzt.
Den dritten Platz belegte das Team PIGTail aus Cantrup (Landkreis Diepholz). Die jungen Forscher entwickelten ein kameragestütztes KI-System zur Früherkennung verletzter Ringelschwänze bei Schweinen – ein Beitrag zu Tierwohl und frühzeitiger Gesundheitsvorsorge.
Insgesamt zehn Projekte hatten sich beworben. Die Bandbreite reichte von KI-gestütztem Stallmanagement bis zu prozessoptimierenden Sensorlösungen. „Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass digitale Innovationen in der Landwirtschaft echte Praxisrelevanz haben“, lobte Staudte. Kurzporträts der Preisträger sind auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums verfügbar.
Ländliche Räume im Wandel: Praxis statt Theorie
Ob digitale Technik oder Strohballenhaus – der Tag der Landentwicklung und der Digitalisierungspreis zeigen: Nachhaltigkeit, technologische Innovation und regionale Verantwortung gehen Hand in Hand. Die politische Unterstützung durch gezielte Förderprogramme macht es möglich, dass kreative Ideen auch in strukturschwachen Regionen Fuß fassen können.
Mehr Berichte zu Zukunftsprojekten in ländlichen Regionen finden Leser regelmäßig im Ressort Nachhaltigkeit auf regionalupdate.de.