Berlin. Mit dem steigenden Solarboom in Deutschland wächst auch die Anzahl der Arbeiten auf Dächern, was das Risiko von Absturzunfällen erhöht. Diese verheerenden Unfälle machen seit Jahren einen erheblichen Teil der schweren Arbeitsunfälle in der Bauwirtschaft aus. Aus diesem Grund haben der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) die Initiative „Sicherheit beim Arbeiten auf Dächern“ ins Leben gerufen.
Arbeiten Hochgefährlich?
Die Sicherheit beim Arbeiten auf Dächern ist von entscheidender Bedeutung, da viele Absturzunfälle häufig durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen entstehen. Michael Kirsch, Hauptgeschäftsführer der BG BAU, berichtete über alarmierende Zahlen: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden der BG BAU 6.178 Absturzunfälle gemeldet, von denen 26 tödlich endeten. Der Hauptunfallort war in den meisten Fällen das Dach, häufig aufgrund von Durchsturzunfällen in unsicheren Bereichen. Dies zeigt eine besorgniserregende Tendenz, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass auch Arbeiten an Photovoltaikanlagen mit einem signifikanten Unfallrisiko verbunden sind.
„Ein Unfallschwerpunkt liegt bei Bereichen mit nicht durchbruchsicheren Materialien wie Wellasbestplatten“, warnte Kirsch. „Das zeigt die Dringlichkeit unserer Initiative.“
Die Initiative „Sicherheit beim Arbeiten auf Dächern“ soll sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen bewusster für die Risiken während der Arbeit in der Höhe machen. Die Bedenken bezüglich der Erhöhung von Absturzunfällen sind insbesondere auf die wachsende Zahl von nicht-fachkundigen Personen zurückzuführen, die auf Dächern arbeiten.
Sensibilisierung und Schulung
Die Initiative fokussiert sich auf eine umfassende Sensibilisierungskampagne, die moderne Medien nutzt, um über Sicherheit auf Dächern aufzuklären. Kurze Videos und informative Beiträge sollen typische Gefahrensituationen darstellen und sichere Arbeitsmethoden ansprechend präsentieren. Das Ziel ist es, nicht nur Fachkräfte, sondern auch private Auftraggeber für die Thematik zu sensibilisieren.
André Büschkes, Dachdeckermeister und Mitglied des Vorstands der BG BAU, betonte: „Die Initiative ‚Sicherheit beim Arbeiten auf Dächern‘ ist ein richtiger Schritt, um Maßnahmen zu entwickeln, die in der Praxis wirklich wirken.“ Ein zentraler Bestandteil sind die Empfehlungen für den Einsatz durchtrittsicherer Materialien sowie die Schulung der Beschäftigten über relevante Sicherheitsthemen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Im Rahmen der Initiative wird auch ein Unterweisungskalender speziell für das Dachdeckerhandwerk bereitgestellt, der 12 Sicherheitsthemen für das Jahr 2026 umfasst. Dieser Kalender kann als wichtige Hilfestellung in Betrieben dienen, um auf zentrale Sicherheitsaspekte aufmerksam zu machen.
Praktische Bedeutung für die Region
Die Einführung und Umsetzung effektiver Sicherheitsstandards in der Dachdeckerbranche sind für die Region von großer Bedeutung. Ein zukunftsorientiertes Vorgehen kann helfen, Arbeitsunfälle zu reduzieren und somit die Sicherheit von Beschäftigten sowie Anwohnerinnen und Anwohnern gleichermaßen zu gewährleisten.
Die Initiative „Sicherheit beim Arbeiten auf Dächern“ ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die Präventionsarbeit zu stärken. Es bleibt zu hoffen, dass die geplanten Maßnahmen Erfolge zeigen und alle Beteiligten sicher durch ihre Arbeitstätigkeiten kommen.
Weitere Informationen und Materialien zur Initiative finden Sie unter BG BAU.

