Esterwegen. Die Gedenkstätte Esterwegen blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück, das ganz im Zeichen des 80. Jahrestags des Kriegsendes stand. Verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen nhervorhoben das Thema Kriegsende Gedenkstätte Esterwegen und führten Besucherinnen und Besucher eindrucksvoll durch die Geschichte der Emslandlager.
Erinnern und Gedenken
Die Aktivitäten im Jahr 2025 bildeten eine breite Palette von Formaten ab, die sowohl lokal als auch international Resonanz fanden. Ein besonderer Fokus lag auf Zeitzeugenberichten, Vorträgen und künstlerischen Interpretationen, welche die Geschichte des Kriegsendes und den Widerstand gegen den Nationalsozialismus lebendig machten.
Zeitzeugen und Widerstandsgeschichte
Die bewegenden Berichte der Brüder Albert und Hermann Vinke über das Kriegsende in Rhede boten den Besucherinnen und Besuchern persönliche Einblicke in die historischen Ereignisse des Jahres 1945. Ergänzend dazu präsentierte der Zeichner und Autor Niels Schröder seine Graphic Novel „Widerstand“. In seinem Vortrag vermittelte Schröder die Lebensgeschichten der SPD-Politiker Tony Sender, Julius Leber und Theodor Haubach, die sich mutig gegen das NS-Regime stellten und in der Gedenkstätte Esterwegen inhaftiert waren.
Internationales Angehörigentreffen
Vom 12. bis 14. September fand ein internationales Treffen von Nachfahren ehemaliger Häftlinge statt. Insgesamt 45 Gäste aus Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Polen, Großbritannien und den USA kamen zusammen, um Erinnerungen auszutauschen und – oft erstmals – persönliche Verbindungen zu ihren Familiengeschichten herzustellen. Diese Begegnungen trugen maßgeblich zum interkulturellen Austausch und zur Erinnerungskultur bei.
Besucherzahlen und Bildungsarbeit
Die Gedenkstätte konnte mit über 23.500 Gästen einen erneuten Besucherrekord verzeichnen. Speziell die Bildungsarbeit wurde unterstrichen: Mehr als ein Drittel der Besucherinnen und Besucher waren Schülerinnen und Schüler aus regionalen und überregionalen Bildungseinrichtungen. Landrat Marc-André Burgdorf betonte die Bedeutung der Gedenkstätte für die Demokratiebildung im Landkreis Emsland und hob die umfangreiche pädagogische Betreuung durch das Guide-Team hervor.
Veröffentlichungen und personelle Veränderungen
Im Jahr 2025 wurden mehrere Publikationen veröffentlicht, darunter eine Broschüre zum 80. Jahrestag des Kriegsendes, die überarbeitete Auflage des Begleitbandes „Hölle im Moor“ sowie eine Dissertation zur Situation sowjetischer Kriegsgefangener in der Region. Außerdem gab es Veränderungen im Stiftungsrat: Prof. Dr. Bernd Walter schied aus, Michael Grünberg wurde neu berufen, und Dr. Ann Katrin Düben übernahm den Posten der stellvertretenden Vorsitzenden.
Ausblick auf 2026: Neue Ausstellungen und Publikationen bei der Gedenkstätte Esterwegen
Der Blick richtet sich auf das kommende Jahr, in dem weitere Ausstellungen das Thema Erinnerung und Gedenken fortführen. Geplant sind die Wanderausstellung „Als Jüd:innen markiert und verfolgt. Jüdische Identitäten und NS-Tatorte in Sachsen-Anhalt“ sowie die Graphic-Novel-Ausstellung „Das Unvorstellbare zeichnen/Picturing the Unimaginable“. Zudem wird die Schriftenreihe durch den Sammelband „Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ erweitert.
Die Gedenkstätte Esterwegen wird damit weiterhin eine zentrale Rolle bei der Vermittlung der Geschichte der NS-Zeit und der Bedeutung der Demokratie spielen. Koers und Weitkamp unterstreichen:
„NS-Gedenkstätten stellen unverzichtbare Erinnerungsorte dar. Sie führen uns eindringlich vor Augen, wie fragil Demokratie und Menschenrechte sind. Sie rufen uns alle dazu auf, entschlossen gegen jede Form von Anfeindungen und Extremismus einzutreten, die die Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft bedrohen.“
Für Bürgerinnen und Bürger der Region bleibt die Gedenkstätte Esterwegen ein wichtiger Ort der Erinnerung und des Lernens, um aus der Vergangenheit Werte für die Zukunft zu gewinnen. Weiterführende Informationen und aktuelle Programmdetails sind auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Webseite der Gedenkstätte Esterwegen verfügbar.

