Timetoact: Behörden-IT besser als Ruf

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Köln. Die digitale transformation öffentliche Hand in Deutschland verzeichnet deutliche Fortschritte, die oft im öffentlichen Diskurs wenig Beachtung finden. Die Timetoact Group hebt hervor, dass zahlreiche zentrale Verwaltungsleistungen mittlerweile online verfügbar sind und die Digitalisierung trotz föderaler Struktur schrittweise voranschreitet.

Digitalisierung jetzt voran – Status und Herausforderungen der digitalen transformation öffentliche Verwaltung

Die Timetoact Group, ein Zusammenschluss mittelständischer IT-Unternehmen mit Fokus auf den öffentlichen Sektor, betont, dass die Digitalisierung in der Verwaltung in Deutschland deutlich besser ist als ihr Ruf. So sind laut Timetoact seit Anfang 2025 alle 115 im Onlinezugangsgesetz (OZG) priorisierten Leistungen online zugänglich. Dazu gehören die Online-Beantragung von Elterngeld, die von 70 Prozent der Nutzer positiv bewertet wird, und die digitale Gewerbeanmeldung, die in über 80 Prozent der Kommunen verfügbar ist und Bearbeitungszeiten stark verkürzt. Auch die Wohngeld-Anmeldung ist in allen Bundesländern online möglich und profitiert von einer automatisierten Prüfung, die Fehlerquoten halbiert hat.

Priorisierung von Verwaltungsleistungen

Die Timetoact Group weist darauf hin, dass die noch nicht bundesweit digitalisierten Leistungen häufig Nischenanwendungen wie die Erlaubnis zur Haltung exotischer Kleintiere oder lokale Angelscheine betreffen. Die Priorisierung der zentralen Verwaltungsleistungen sei politisch bewusst gesteuert, um den Nutzen für Bürger und Unternehmen möglichst rasch zu erhöhen.

Föderalismus als Digitalisierungshürde

Eine der größten Herausforderungen liegt in der föderalen Struktur Deutschlands mit 16 Bundesländern und über 11.000 Kommunen. Die Vielzahl unterschiedlicher Systeme und Prioritäten verzögere eine einheitliche Umsetzung. Deutschland platziert sich im Bitkom-DESI-Index 2025 im Bereich E-Government nur auf Rang 21 von 27 EU-Staaten. Länder mit zentralisierten Strukturen, wie Finnland oder Estland, sind hier wesentlich besser aufgestellt. Länder wie Dänemark und Schweden zeigen jedoch, dass auch mit föderalen Strukturen durch gezielte Koordination Fortschritte erzielbar sind.

„Die föderale Struktur bringt viele Vorteile, stellt aber bei der Digitalisierung eine Hürde dar, die nicht mit einem großen Sprung, sondern nur mit vielen kleinen zu überwinden ist“, sagte Heinz-Peter Steiner, Leiter des Sektors Öffentliche Verwaltung bei der Timetoact Group.

Der sensible Umgang mit IT und Künstlicher Intelligenz

Die öffentliche Verwaltung kann nach Einschätzung der Timetoact Group nicht das in der Privatwirtschaft übliche „Beta-Prinzip“ der Softwareeinführung nutzen. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von staatlichen Leistungen eine funktionierende und rechtssichere Lösung. Deshalb müssen digitale Verwaltungsservices von Anfang an zuverlässig sein.

Hinsichtlich Künstlicher Intelligenz (KI) verweist die Timetoact Group auf zahlreiche Beratungs- und Forschungsinitiativen. Das Bundesministerium des Innern und für Heimat betreibt mit dem Beratungszentrum für Künstliche Intelligenz (BeKI) 179 KI-Projekte in verschiedensten Bereichen, darunter 32 in der öffentlichen Verwaltung. Kommunale Pilotprojekte wie der Chatbot „Parla“ oder der Bürgerassistent „Lumi“ zeigen erste Anwendungsfelder.

Die besondere Herausforderung für die Verwaltung besteht darin, Effizienzgewinne durch KI zu nutzen, ohne grundlegende Werte wie Zuverlässigkeit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit zu gefährden. Fehlerhafte automatisierte Entscheidungen, sogenannte KI-Halluzinationen, sind nicht akzeptabel.

Digitalisierungsinitiative „Next Germany“ und digitale Souveränität

Ein weiteres zentrales Projekt ist das Programm „Next Germany“ des neuen Digitalministers Dr. Karsten Wildberger. Es zielt darauf ab, digitale Verwaltungsleistungen und digitale Ausweisdokumente (z. B. Digital-ID, digitaler Führerschein) zu vereinheitlichen und bis Anfang 2027 ein bundesweites Wallet im Smartphone einzuführen. Dabei soll höchste technische und rechtliche Sicherheit gewährleistet werden.

Auch die digitale Souveränität wird als wichtiges Ziel genannt, um die Abhängigkeit von US-amerikanischen Anbietern bei Software und Cloud-Diensten zu verringern. Hier sind langfristige Strategien notwendig, um eine unabhängige IT-Infrastruktur in Deutschland und Europa zu fördern.

Beispiel: Weitere Einblicke in die digitale Transformation öffentlicher Verwaltung bietet das Fachmagazin regionalupdate.de.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Regionale Bedeutung und praktische Auswirkungen der digitalen transformation öffentliche Verwaltung

Die Fortschritte bei der Digitalisierung der Verwaltung wirken sich direkt auf Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen aus. Online-Verfahren wie die Antragstellung von Elterngeld oder Gewerbeanmeldungen sparen Zeit und reduzieren bürokratischen Aufwand. Die Chancen für eine effizientere, nutzerfreundlichere Verwaltung steigen, auch wenn die Umsetzung regional unterschiedlich ist.

Für Kommunen bedeutet dies einen Anreiz, eigene digitale Angebote auszubauen und mit Land und Bund zu koordinieren. Die föderale Struktur erfordert dabei intensive Zusammenarbeit, um technische Standards zu vereinheitlichen und eine digitale Teilhabe für alle Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

Mit Blick auf bevorstehende Entwicklungen wie das Wallet im Smartphone sollten Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen die Chancen aktiv nutzen und sich über neue digitale Verwaltungsservices informieren. Die Bundesregierung und IT-Dienstleister wie die Timetoact Group arbeiten weiter daran, den digitalen Wandel voranzutreiben.


Mehr zum Thema Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung erfahren Sie bei regionalupdate.de sowie auf der Webseite der Bundesregierung zum Onlinezugangsgesetz.

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