Berlin. Die aktuellen Erkenntnisse der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) zeigen, dass deutsche Hochschulen ein großes transferpotenzial besitzen. Dennoch werden diese Chancen nicht ausreichend genutzt, da strukturelle Hemmnisse den Wissens- und Technologietransfer bremsen. Das Jahresgutachten fordert daher gezielte Reformen, um die transferpotenziale deutsche hochschulen besser auszuschöpfen.
Innovationen jetzt fördern: Transferpotenziale deutsche Hochschulen im Fokus
Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) betont in ihrem Jahresgutachten, dass deutsche Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit ihren wissenschaftlichen Publikationen ein hohes Innovationspotenzial haben. Dieses Potenzial ist vergleichbar mit dem US-amerikanischer Universitäten, insbesondere im Bereich der anwendungsorientierten Grundlagenforschung. Dennoch zeigen die Analysen auch, dass Patentanmeldungen und akademische Unternehmensgründungen an deutschen Hochschulen rückläufig sind.
Hemmnisse im Technologietransfer
Ein wesentlicher Bremsfaktor sind langwierige Verhandlungen über geistiges Eigentum (IP), welche die Ausgründungen verzögern oder verhindern können. Zudem gibt es oft fehlende Karriereanreize für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich im Wissenstransfer engagieren, da dieser wenig in Berufungsverfahren berücksichtigt wird. Auch eine unzureichende Finanzierung der Transfereinrichtungen, die meist auf kurzfristigen Drittmitteln beruht, erschwert eine optimale Unterstützung der Transferaktivitäten.
Internationale Nutzung deutscher Forschungsergebnisse
Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass viele Patente, die auf deutscher Forschung basieren, überwiegend von ausländischen Anmeldern angemeldet werden. Dies bedeutet, dass wesentliche wirtschaftliche Wertschöpfungspotenziale außerhalb Deutschlands realisiert werden. Die EFI hebt hervor, dass der Standort Deutschland dadurch Wachstumschancen verliert.
„Damit kommt den Hochschulen eine Schlüsselrolle für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu – nicht nur durch exzellente Forschung und Lehre, sondern auch durch den aktiven Transfer neuer Erkenntnisse“, sagte Prof. Irene Bertschek, Vorsitzende der EFI.
„Es ist aber nicht nur wichtig, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in Innovationen einfließen, sondern auch, wo sie wirtschaftlich genutzt werden“, ergänzte Prof. Carolin Häussler, stellvertretende Vorsitzende der EFI.
- Hohes Potenzial insbesondere bei forschungsstarken Universitäten
- Rückläufige Patentanmeldungen und akademische Gründungen
- Dominanz ausländischer Anmelder bei technologiebasierten Patenten
- Mangelnde Karriereanreize für Transferleistungen
- Unzureichende Finanzierung von Transfereinrichtungen
- Langwierige IP-Verhandlungen als Bremse
Weitere Hintergrundinformationen zur Rolle deutscher Hochschulen im Innovationsprozess sind auf regionalupdate.de verfügbar. Mehr Details zur EFI finden Interessierte auch auf der offiziellen Webseite der Expertenkommission Forschung und Innovation.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Transferpotenziale deutsche Hochschulen: Bedeutung für Bürger und Region
Der Wissens- und Technologietransfer aus Hochschulen liefert die Grundlage für viele innovative Produkte und Dienstleistungen, die auch regional neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Impulse schaffen können. Die Stärkung des Transfers wird als wichtiges Ziel für den Wirtschaftsstandort Deutschland und seine Regionen angesehen. Die EFI empfiehlt die Einführung einer bundesweiten Initiative „Transferzeit“ zur Schaffung zeitlicher Freiräume für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Gründungs- und Transferaktivitäten. Außerdem wird die beschleunigte Umsetzung der nationalen IP-Strategie gefordert, um die Verfahren bei geistigem Eigentum zu vereinheitlichen und zu beschleunigen.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies langfristig eine verbesserte Verfügbarkeit von Innovationen „made in Germany“ sowie eine stärkere wirtschaftliche Verankerung der Hochschulen in der Region. Geplante Reformen sollen zudem das Entstehen neuer Unternehmen fördern und die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Die Wertschöpfung soll vermehrt im Inland bleiben, um regionale Entwicklungschancen zu nutzen.
Weiterführende Informationen zur Innovationsförderung in Deutschland mit regionalem Bezug finden Sie auf regionalupdate.de.
Dieser Artikel basiert auf dem Jahresgutachten 2024 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI).

