Berlin. Die EU-Kommission hat einen Aktionsplan zur Drohnensicherheit und Drohnenabwehr vorgestellt. Die Bedeutung der Drohnensicherheit kritische Infrastrukturen für die Energie- und Wasserwirtschaft wird darin hervorgehoben, vor allem angesichts zunehmender unautorisierter Drohnenüberflüge.
Klare Zuständigkeiten jetzt: Drohnensicherheit kritische Infrastrukturen
Die Bedrohung durch unautorisierte Drohnenüberflüge stellt nach Darstellung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ein wachsendes Risiko für die Versorgungssicherheit und öffentliche Sicherheit dar. Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, betont die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens auf europäischer Ebene, das nicht nur Grenzregionen betrifft, sondern auch die gesamte vernetzte EU-Energieinfrastruktur schützt.
Herausforderungen der aktuellen Rechtslage
Gegenwärtige gesetzliche Regelungen konzentrieren sich vor allem auf Flughäfen und bieten keinen ausreichenden Schutz für kritische Infrastrukturen in der Fläche. Die derzeitigen Konzepte greifen daher nicht ausreichend für die neuen Bedrohungsszenarien durch Drohnen.
Forderungen der Energie- und Wasserwirtschaft
Nach Ansicht des BDEW müssen klare und rechtssichere Zuständigkeiten geschaffen werden. Die Drohnenabwehr soll grundsätzlich eine hoheitliche Aufgabe bleiben, wobei in Ausnahmefällen eine freiwillige Übertragung von Befugnissen auf privatwirtschaftliche Akteure möglich sein kann – unter Bedingungen wie Kostenneutralität und klarer Haftungsregelung.
Technologien und staatliche Unterstützung
Einsatz moderner Abwehrmethoden
Der Verband fordert, den rechtssicheren Einsatz moderner Abwehrtechnologien auch in Deutschland zu ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel Laser, Hochleistungsmikrowellen oder geeignete kinetische Mittel, die zur effektiven Drohnendetektion und -abwehr beitragen können.
Staatliche Finanzierung und Schutzauftrag
Zudem sieht der BDEW den Staat in der Pflicht, die notwendigen Investitionen zu tragen und so den Schutz kritischer Infrastrukturen sicherzustellen. Nur durch eine leistungsfähige, staatliche Drohnendetektion und -abwehr lässt sich die Versorgungssicherheit langfristig gewährleisten.
„Ein koordiniertes Vorgehen ist nicht nur in Grenzregionen sinnvoll, sondern ist auch angesichts der Auswirkungen größerer Anschläge im vernetzten EU-Energiebinnenmarkt erforderlich“, sagte Kerstin Andreae.
Für ausführliche Informationen verweist der BDEW auf ein eigens veröffentlichtes Positionspapier zur Drohnenabwehr bei kritischen Infrastrukturen.
Weitere Hintergründe zu Sicherheitsfragen in der Energieversorgung finden Sie auf regionalupdate.de Sicherheitskonzepte für Energieinfrastrukturen.
Offizielle Informationen zur Regulierung von Drohnen auf europäischer Ebene stellt die EU-Kommission bereit unter EU-Kommission Drohnenregulierung.
Ausblick auf Entwicklungen und Maßnahmen
Die nächsten Schritte liegen vor allem bei der Politik: Es gilt, die vorgeschlagenen rechtlichen Rahmenbedingungen schnell umzusetzen und klare Zuständigkeiten zwischen den beteiligten Behörden zu definieren. Der Fokus liegt darauf, die Kapazitäten der staatlichen Drohnendetektion auszubauen und technisch auf dem neuesten Stand zu halten. Damit soll ein wirksamer Schutz kritischer Infrastrukturen vor unerlaubten Drohnenflügen und deren möglichen Folgen langfristig gewährleistet werden.

