München. Der Gebrauchtwagenmarkt Kilometerstand Betrug bleibt eine große Herausforderung in Deutschland. Eine Studie von carVertical zeigt, wie oft Kilometerstände manipuliert und Fahrzeuge mit problematischen Vorgeschichten verkauft werden.
So wird getrickst auf dem Gebrauchtwagenmarkt Kilometerstand Betrug
Mehrere Länder und Besitzer – das riskante Fahrzeugleben
Viele Gebrauchtwagen durchlaufen mehrere Besitzer und Länder. So wurde in Deutschland ein Hummer H3 gefunden, der in sechs Ländern zugelassen war. Auch ein Lamborghini Huracán und ein BMW M4 wechselten jeweils fünf Länder. Fahrzeuge mit einer hohen Anzahl von Besitzern, wie der Audi TT mit 23 Vorbesitzern, gelten als besonders riskant. CarVertical-Experte Matas Buzelis erklärt:
„Wenn ein Auto ständig den Besitzer wechselt, deutet dies in vielen Fällen auf schwerwiegende Probleme hin, die einfach nicht behoben werden. Das Fahrzeug wird wiederholt an neue Käufer verkauft, anstatt ordnungsgemäß repariert zu werden.“
Deutschland exportiert jährlich fast zwei Millionen Autos, jedoch werden Fahrzeugdaten beim Export nicht an Empfängerländer übermittelt. Dieser Mangel an Datenaustausch erleichtert es, die wahre Geschichte eines Fahrzeugs zu verschleiern.
Schadensfälle und hohe Reparaturkosten
Unfall- und Schadensmeldungen sind oft Indikatoren für den Fahrzeugzustand. Einige Fahrzeuge in Deutschland weisen Berichten zufolge mehr als 20 Schadensfälle auf. Ein Volkswagen T5 wurde mit 26 gemeldeten Schäden gefunden, ein BMW X6 mit 24 und eine BMW 5er-Reihe mit 20. Besonders Luxusautos wie der McLaren 720s oder Lamborghini Huracán verzeichnen Schadenswerte im hohen sechsstelligen Bereich.
„Wenn der Schadenwert eines Autos mehrere Zehn- oder sogar Hunderttausend Euro erreicht, sollten Sie es meiden oder zumindest einer gründlichen Inspektion in einer autorisierten Werkstatt unterziehen.“
Manipulation des Kilometerstands – ein allgegenwärtiges Problem
Der Manipulation des Kilometerstands kommt auf dem Gebrauchtwagenmarkt zentrale Bedeutung zu. In Deutschland wurden im Jahr 2025 Renault Master und Mercedes-Benz E-Klasse Fahrzeuge mit einer gefälschten Laufleistung von durchschnittlich 219.000 Kilometern entdeckt. Auch der Ford Focus war mit einer Manipulation von rund 202.000 Kilometern betroffen.
Besonders bei importierten Fahrzeugen aus dem Ausland ist der gefälschte Kilometerstand ein bekanntes Problem, da es keinen europaweiten Datenaustausch gibt. Dies führt zu erheblichen finanziellen Nachteilen für Käufer.
„Diese mangelhafte Situation könnte nur durch eine gemeinsame europäische Führung geändert werden, damit Autokäufer die Möglichkeit hätten, die Geschichte eines Fahrzeugs ohne Einschränkungen zu erfahren und nicht Opfer von Betrug zu werden“, erläutert Buzelis.
Weitere Informationen zur Fahrzeughistorie und Betrugsprävention finden Käufer auf regionalupdate.de.
Ausblick auf zukünftige Maßnahmen gegen Kilometerstand-Manipulation
Um den Gebrauchtwagenmarkt transparenter zu gestalten, sind gemeinsame europäische Lösungen geplant. Einheitliche Datenbanken und der Austausch von Fahrzeugdaten könnten Manipulationen erschweren und Betrug reduzieren. CarVertical arbeitet kontinuierlich daran, durch umfassende Fahrzeugberichte Käufer besser zu informieren. Für Verbraucher wird empfohlen, vor dem Kauf stets einen ausführlichen Bericht einzuholen und gegebenenfalls eine Fachwerkstatt zu Rate zu ziehen.
Weiterführende Informationen zum Thema Kilometerstand und Fahrzeughistorie bietet die offizielle Seite des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA).

