Berlin. Die internationalen Geschäfte deutscher Unternehmen sehen sich verstärkt mit handelshemmnissen deutscher unternehmen konfrontiert. Die aktuelle DIHK-Umfrage „Going International 2026“ zeigt, dass insbesondere Zölle, regulatorische Hürden und politische Unwägbarkeiten das Auslandsgeschäft erschweren.
Neue Brisante Hemmnisse
Die jüngste Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter 2.400 auslandsaktiven deutschen Unternehmen macht deutlich, dass handelshemmnisse deutscher unternehmen in einem bislang nicht dagewesenen Ausmaß zunehmen. 69 Prozent der befragten Firmen berichten von mehr Barrieren im internationalen Handel, was die Entwicklung ihrer Auslandsgeschäfte deutlich belastet.
Zölle als bedeutendste Hemmnisse
Ein zentraler Treiber der Hindernisse sind steigende Zölle. Rund zwei Drittel der Unternehmen, die eine Zunahme der Handelshemmnisse sehen, beklagen vor allem höhere Zollbelastungen. Besonders gravierend sind diese im Handel mit den USA, wo 86 Prozent der betroffenen Unternehmen gestiegene Kosten spüren. Die USA gelten für viele deutsche Firmen mittlerweile als Risikofaktor, was sich in Rekordtiefs bei den Geschäftserwartungen niederschlägt.
Nicht-tarifäre Barrieren und EU-Regulierungen
Neben den Zöllen stehen nicht-tarifäre Handelshemmnisse im Fokus. Lokale Zertifizierungsvorschriften und strengere Sicherheitsanforderungen erschweren den Marktzugang und erhöhen den Aufwand. Über ein Drittel der Unternehmen nennt Exportkontrollen als Herausforderung, vor allem im US- und Chinageschäft. Darüber hinaus empfinden 83 Prozent der Firmen die EU-internen Regularien als zusätzliche Belastung. Vorgaben zu Lieferketten, Berichtspflichten und der CO₂-Grenzausgleich treiben Kosten und Komplexität weiter in die Höhe.
„Unsere Unternehmen stehen unter doppeltem Druck. Während weltweit neue Barrieren entstehen, verschärfen wir in Europa die Regulierung sogar noch weiter. Das schwächt unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb zusätzlich“, so Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK.
Neue Chancen auf anderen Märkten
Trotz der Herausforderungen suchen deutsche Unternehmen verstärkt nach neuen Absatzmärkten. Regionen wie Indien und Lateinamerika gewinnen an Bedeutung. Das geplante EU-Indien-Handelsabkommen sowie das bereits unterzeichnete EU-Mercosur-Abkommen sollen hierbei Impulse liefern. Die Diversifizierung der Märkte wird als notwendige Strategie angesehen, um politische und wirtschaftliche Risiken besser zu verteilen.
„Diversifizierung ist längst keine strategische Option mehr, sondern eine Notwendigkeit“, betont Volker Treier. „Wer seine Märkte breiter aufstellt, wird widerstandsfähiger gegenüber politischen Risiken.“
Ausblick und notwendige Maßnahmen
Die DIHK fordert eine deutliche Verringerung bürokratischer Belastungen sowie eine Beschleunigung von Handelsabkommen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu stärken. Nur mit schnelleren und pragmatischen Rahmenbedingungen könne der Standort Deutschland seine Attraktivität auf dem Weltmarkt zurückgewinnen.
In den kommenden Monaten wird es darauf ankommen, wie die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, etwa im Nahen Osten, die Lieferketten und internationalen Handelsströme weiter beeinflussen. Unternehmen und Politik müssen gemeinsam Wege finden, um den steigenden handelshemmnissen deutscher unternehmen entgegenzuwirken und neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen.
Mehr Informationen zur Umfrage „Going International 2026“ bietet die Deutsche Industrie- und Handelskammer unter DIHK-Website. Aktuelle Hinweise zum internationalen Handel finden sich zudem auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.
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