Steuererklärung 2.0: Mit nur einem Klick zum fertigen Bescheid per App

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Digitale Realität

Die Zeiten von komplizierten Formularen und Bergen von Belegen könnten für Millionen Deutsche bald endgültig der Vergangenheit angehören. Am 31. März 2026 fällt der Startschuss für ein wegweisendes Digitalprojekt der Finanzverwaltung: die „Steuererklärung per App mit einem Klick“. Was bisher oft Stunden am Schreibtisch erforderte, soll künftig bequem vom Sofa aus auf dem Smartphone erledigt werden. Rund 11,5 Millionen Steuerpflichtige bundesweit können direkt von dieser Neuerung profitieren, die den Behördengang so einfach wie Online-Shopping machen soll.

Digitaler Meilenstein: So funktioniert die Ein-Klick-Steuererklärung

Das Konzept hinter der neuen Funktion der „MeinELSTER+“-App ist radikal einfach: Anstatt dass der Bürger mühsam Daten zusammenträgt, übernimmt das Finanzamt die Vorarbeit. Da den Behörden bereits viele Informationen – wie Lohnbescheinigungen oder Rentenbezüge – elektronisch vorliegen, erstellt das System automatisch einen fertigen Erklärungsvorschlag inklusive einer Vorschau auf den voraussichtlichen Steuerbescheid.

Ab dem 1. Juli 2026 steht diese Funktion für die erste Nutzergruppe bereit. Wer sich angemeldet hat, erhält die fertige Erklärung direkt auf sein mobiles Endgerät. Nach einer kurzen Prüfung der Daten reicht im Idealfall ein einziger Klick aus, um die Erklärung rechtssicher an das Finanzamt zu übermitteln. Selbstverständlich bleibt die volle Kontrolle beim Nutzer: Änderungen oder individuelle Ergänzungen können vor dem Absenden jederzeit vorgenommen werden.

Voraussetzung für die Teilnahme ist lediglich ein bestehender ELSTER-Account sowie der Download der offiziellen App „MeinELSTER+“. Die Bundesländer betonen, dass durch die zentrale Entwicklung in Bayern länderspezifische Insellösungen vermieden werden, was ein einheitliches und sicheres Verfahren für ganz Deutschland garantiert.

Wer profitiert zuerst? Der Nutzerkreis im Überblick

Zum Start am 31. März 2026 ist das Angebot zunächst auf eine spezifische Zielgruppe zugeschnitten, bei der die Steuerfälle in der Regel weniger komplex sind. Profitieren können:

  • Ledige und kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
  • Bezieherinnen und Bezieher von Alterseinkünften (Rentner).
  • Personen, die keine weiteren Einkünfte (zum Beispiel aus Vermietung und Verpachtung) haben.

Obwohl der Kreis der Berechtigten zum Auftakt noch eingeschränkt ist, umfasst er bereits etwa 11,5 Millionen Menschen. Die Finanzminister der Länder, darunter Gerald Heere (Niedersachsen), Albert Füracker (Bayern), Dr. Danyal Bayaz (Baden-Württemberg) und Dr. Marcus Optendrenk (Nordrhein-Westfalen), machten jedoch deutlich, dass dies erst der Anfang ist. Die Funktionen und der Kreis der anspruchsberechtigten Personen sollen in Zukunft schrittweise erweitert werden, um immer mehr Bürgern diesen unkomplizierten Zugang zu ermöglichen.

Moderne Verwaltung: Schnell, verständlich und papierlos

Hinter der technischen Neuerung steht ein klares politisches Ziel: Die Verwaltung muss dort stattfinden, wo die Menschen ihren Alltag verbringen – am Smartphone. „Die Steuererklärung soll kein Stress mehr sein“, so die einhellige Meinung der Ministerien. Mit ELSTER, dem erfolgreichsten E-Government-Verfahren Deutschlands, beweisen Bund und Länder, dass digitale Verwaltung auch hierzulande effizient funktionieren kann.

Das Projekt ist Teil des Vorhabens KONSENS, bei dem die Steuer-Software für ganz Deutschland zentral koordiniert wird. Durch die Vorbereitung der Daten durch den Staat wird nicht nur der Aufwand für den Einzelnen reduziert, sondern auch die Bearbeitungszeit in den Finanzämtern beschleunigt. Es ist ein System, von dem beide Seiten profitieren: weniger Bürokratie für die Bürger und effizientere Abläufe für den Staat. Der Anspruch ist hoch: Behördengänge sollen künftig so selbstverständlich und einfach ablaufen wie Online-Banking.

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