Heliumknappheit bedroht Arzneimittelversorgung in Deutschland

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Die deutsche Pharmaindustrie warnt vor möglichen Engpässen in der Arzneimittelversorgung, ausgelöst durch den Iran-Krieg. Ein Mangel an Helium, einem entscheidenden Rohstoff, könnte die Produktionsprozesse massiv gefährden.

Folgen der Heliumknappheit für die Pharmaindustrie

Die Blockade der Straße von Hormus hat gravierende Auswirkungen auf die deutsche Pharmaindustrie. Helium wird in der Herstellung und Qualitätskontrolle von Arzneimitteln essentiell benötigt, insbesondere für gaschromatographische Analysen. „Die Hersteller sind besorgt, dass steigende Preise und Verfügbarkeitsprobleme die Arzneimittelproduktion beeinträchtigen könnten“, sagt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

Die unsichere Lage im Nahen Osten führt bereits jetzt zu steigenden Transport- und Energiekosten. Auch die Preise für Primärpackmittel, wie Glasflaschen, sowie petrochemische Grundstoffe steigen. Ein nachhaltig gestörter Zugang zu Helium könnte die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter destabilisieren.

Notwendigkeit von regulatorischen Anpassungen

Pharma Deutschland fordert, Helium als strategisch relevantes Gut für das Gesundheitswesen einzustufen. „Wir müssen die Risiken klar benennen“, erklärt Brakmann. Die Politik ist gefordert, Umstellungsprozesse in der Analytik zu erleichtern, um eine Versorgungslücke zu vermeiden.

Wenn die Genehmigungen und Validierungen für alternative Gase und Methoden nicht zügig gestaltet werden, könnte die Arzneimittelproduktion erheblich ins Stocken geraten. „Wir müssen die derzeit fehlenden (Roh-)Stoffe für kritische medizinische Anwendungen absichern“, fordert Brakmann.

Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung

Die Befürchtungen sind nicht unbegründet: Bereits erste Effekte der Krisenlage sind in den Lieferketten erkennbar. In der Pharmaindustrie sind Unternehmen besorgt darüber, dass fehlendes Helium zu Verzögerungen bei der Freigabe von Arzneimitteln führen könnte, selbst wenn alle anderen Produktionsressourcen vorhanden sind.

Im schlimmsten Fall könnte dies zu Engpässen bei wichtigen Arzneimitteln führen, deren Qualitätskontrolle auf Helium angewiesen ist. Daher appelliert die Branche an die Politik, schnell zu handeln, bevor es zu einer ernsthaften Krise in der Arzneimittelversorgung kommt.

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