Die Tarifverhandlungen für den Groß- und Außenhandel in Niedersachsen sind am 8. Mai 2026 ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gespräche wurden auf den 12. Juni 2026 vertagt, da die wirtschaftliche Situation der Branche angespannt bleibt.
Wirtschaftliche Lage im Groß- und Außenhandel
Die Verhandlungen, die am 8. Mai 2026 begannen, standen unter dem Schatten einer kritischen wirtschaftlichen Lage im Groß- und Außenhandel Niedersachsens. Volker Hepke, Verhandlungsführer des AGA, äußerte sich besorgt über die Entwicklung: „Seit mehreren Jahren verzeichnen wir keine realen Umsatzzuwächse, während der Kostendruck steigt und die Zahl der Insolvenzen ansteigt.“ Zudem meldet die Branche einen Rückgang der Beschäftigung, was die Dringlichkeit der Verhandlungen unterstreicht.
Gewerkschaft fordert höhere Löhne
Die Gewerkschaft Verdi hat in den Verhandlungen erhebliche Forderungen aufgestellt. Geplant sind eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 7 Prozent oder mindestens 250 Euro sowie eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro. Die vorgeschlagene Laufzeit der Vereinbarung beträgt 12 Monate. Hepke warnte allerdings, dass diese Forderungen in der gegenwärtigen Lage nicht umsetzbar seien. „Wenn die Kosten weiter steigen, gefährden wir die Ausbildungsplätze und die Zukunft der Unternehmen“, so Hepke weiter. In der Branche sind rund 130.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und 3.500 Auszubildende in etwa 14.000 Unternehmen beschäftigt.
Ausblick auf die nächsten Schritte
Die nächste Verhandlungsrunde am 12. Juni 2026 wird entscheidend sein. Die Verantwortlichen müssen einen Weg finden, der sowohl den berechtigten Forderungen der Arbeitnehmer als auch der angespannten wirtschaftlichen Lage der Unternehmen Rechnung trägt. Die Zukunftsfähigkeit der Betriebe und die Sicherung von Arbeitsplätzen stehen auf dem Spiel, weshalb ein pragmatisches Vorgehen von beiden Seiten gefragt ist.

