162.293 Hektar landwirtschaftliche Fläche in Niedersachsen wurden 2025 ökologisch bewirtschaftet – knapp 6.900 Hektar mehr als im Jahr zuvor (155.390 Hektar). Der Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt damit bei 6,2 Prozent, 0,2 Punkte über dem Vorjahreswert.
Mehr Höfe, weniger Verarbeiter
Die Zahl der Ökobetriebe stieg um 49 auf 2.741. Gegenläufig entwickelt sich die Stufe dahinter: Bei den Verarbeitern ging die Zahl um 43 auf 1.542 zurück.
Agrarministerin Miriam Staudte nennt die Entwicklung insgesamt erfreulich, räumt aber ein: „Der Strukturwandel in der Lebensmittelverarbeitung macht auch vor Bio nicht halt.“ Die Nachfrage bleibt nach Angaben des Ministeriums stabil – der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken stieg im zweiten Quartal 2026 laut Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 4,75 Milliarden Euro.
Das Ziel von 2020 ist gerissen
Der Niedersächsische Weg sah vor, bis 2025 zehn Prozent der Fläche ökologisch zu bewirtschaften. Erreicht sind 6,2 Prozent. Als das Ziel 2020 beschlossen wurde, wuchs die Ökofläche jährlich um zehn bis zwölf Prozent; das Ministerium verweist auf Ukrainekrieg und Energiekrise als Gründe für den Einbruch. An den Ausbauzielen halte die Landesregierung fest.
Womit das Land nachhilft
Jährlich 1,4 Millionen Euro stellt das Land zusätzlich zu den flächenbezogenen EU-Prämien bereit, unter anderem über die Richtlinie Ökolandbau für Versuche, Beratung, Wissenstransfer und den Aufbau von Wertschöpfungsketten.
Dazu kommen fünf geförderte Öko-Modellregionen – Schaumburg, Göttingen, Hameln-Pyrmont, Hasetal und Uelzen –, die über drei Jahre je 180.000 Euro Landesmittel erhalten. Bei der Neuverpachtung landeseigener Flächen und Domänen kommen nur Bewerber zum Zug, die langfristig ökologisch wirtschaften wollen; bei Wiederverpachtung an dieselbe Pächterfamilie ist eine Umstellungsberatung nachzuweisen.
Öko-Feldtage 2027 kommen nach Niedersachsen
Die bundesweiten Öko-Feldtage finden am Mittwoch und Donnerstag, 16. und 17. Juni 2027, in Amelinghausen im Landkreis Lüneburg statt – erstmals in Norddeutschland.
Ein Hinweis zu den Zahlen
Die Werte beruhen wie bisher auf den Meldungen der Öko-Kontrollstellen an das LAVES. Auf Bundesebene wird die Ökofläche seit 2025 dagegen über die Landesämter für Statistik ermittelt. Ein Vergleich mit anderen Bundesländern ist deshalb derzeit nur eingeschränkt möglich.

