In Osnabrück-Eversburg beginnt der Bau des Dienstleistungszentrums Eversheide. Am Donnerstag, 27. August, setzen Oberbürgermeisterin Katharina Pötter und Rolf Römer von der MBN GmbH um 15 Uhr den Spatenstich an der Straße Eversheide. Das Investitionsvolumen liegt bei knapp sechs Millionen Euro; bezogen werden soll das Gebäude im August 2027.
Woher das Geld kommt
Finanziert wird der Bau überwiegend aus dem städtischen Haushalt. Dazu kommt ein bewilligter Zuschuss der KfW über 225.750 Euro aus dem Programm „Klimafreundlicher Neubau — Nichtwohngebäude — Kommunen“. Ausgezahlt wird er nur, wenn die Stadt die Förderbedingungen einhält und nachweist. Gebaut wird mindestens im Effizienzhaus-40-Standard für Nichtwohngebäude, dazu kommt eine Photovoltaikanlage.
18 zusätzliche Kita-Plätze
Ins Erdgeschoss zieht die städtische Kindertagesstätte Eversheide, die derzeit in einer Übergangslösung auf dem Nachbargrundstück untergebracht ist. Sie wird um eine Gruppe erweitert: Voraussichtlich 18 neue Plätze entstehen in einer Integrationsgruppe, insgesamt können dann 58 Kinder in einer Krippen-, einer Regel- und einer Integrationsgruppe betreut werden.
Dazu kommen zwei Büros für die Familienbegleiterinnen und ein Trakt mit sieben Büros für den Sozialen Dienst. Besprechungsräume und ein Multifunktionsraum stehen allen Nutzenden des Hauses offen. Insgesamt werden rund 30 Mitarbeitende in dem Gebäude arbeiten.
Was mit den alten Standorten passiert
Die Übergangslösung der Kita soll nach dem Umzug unter anderem der Familientreff West nutzen. Die bisherigen Räume des Regionaldienstes West und des Familientreffs werden aufgegeben beziehungsweise gekündigt und stehen dann für andere Nutzungen zur Verfügung.
Öffnungszeiten stehen noch nicht fest
Ob Familien ohne Termin vorbeikommen können, ist noch offen. Die Stadt stimmt die Öffnungs- und Sprechzeiten derzeit ab und unterscheidet dabei zwischen dem Betreuungsbetrieb der Kita, den Arbeitszeiten des Regionalsozialdienstes und den Angeboten der Familienbegleiterinnen. Ob es offene Sprechstunden ohne Terminvereinbarung geben wird, ist nach Angaben der Stadt noch nicht abschließend entschieden.
Warum Eversburg
Der Stadtteil braucht laut Kindertagesstättenplanung auch künftig Betreuungsplätze in Wohnortnähe und liegt im Zuständigkeitsbereich des Regionaldienstes West. Die Verwaltung erwartet von der Bündelung an einem Standort Synergieeffekte — auch, weil sich eine direkte Anlaufstelle für die Familienbegleiterinnen im Stadtteil als vorteilhaft erwiesen habe. Die Familienbegleitungen unterstützen Eltern bei Fragen zu frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung; viele von ihnen haben nach Angaben der Stadt eine ähnliche Herkunftsgeschichte wie die Familien, die sie begleiten, und können dadurch ohne Sprachbarrieren arbeiten.
Ein Unternehmen für Planung und Bau
Den Auftrag hat die MBN GmbH aus Georgsmarienhütte im Totalunternehmerverfahren erhalten, der Bauvertrag wurde im Mai 2026 unterzeichnet. Bei diesem Modell liegen Planung und Bauausführung in einer Hand, statt dass die Stadt einzelne Gewerke getrennt vergibt und koordiniert.
Vorausgegangen war ein Ratsbeschluss vom 23. April 2024, das Zentrum möglichst kurzfristig und mit geringem zusätzlichen Aufwand für den Eigenbetrieb Immobilien- und Gebäudemanagement zu realisieren. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung verglich anschließend beide Wege und ergab für das Totalunternehmerverfahren einen Kostenvorteil von rund 16,85 Prozent. Für das Modell sprachen aus Sicht der Stadt außerdem die kürzere Bauzeit, der vereinbarte Pauschalpreis und geringere Nachtragsrisiken.

