Grafik zur TÜV Mobility Studie 2026 zum Mobilitätsverhalten in Deutschland

TÜV-Studie: Auf dem Dorf fahren 96 Prozent Auto – und wünschen sich Busse

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Wer auf dem Land wohnt, fährt Auto – und hätte gern eine Alternative. Das ist der deutlichste Befund der „TÜV Mobility Studie 2026“, für die Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands 2.504 Menschen ab 18 Jahren befragt hat.

Der Nahverkehr endet vor der Stadtgrenze

In Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern nutzen 96 Prozent der Befragten regelmäßig ein Auto, also mindestens einmal pro Woche. Beim öffentlichen Nahverkehr kehrt sich das Bild um: In Orten unter 100.000 Einwohnern fahren nur 8 bis 12 Prozent mindestens wöchentlich mit Bus oder Bahn. In Großstädten sind es 35 Prozent, in Metropolen über 500.000 Einwohnern 47 Prozent.

Auffällig ist auch der Unterschied beim Rad: In Metropolen dominiert das klassische Fahrrad mit 26 Prozent, in kleinen Orten ist das E-Bike mit 18 Prozent überdurchschnittlich verbreitet.

Der Wunsch nach Bus und Bahn ist am größten

Der Ausbau des ÖPNV in ländlichen Regionen findet die höchste Zustimmung der gesamten Studie: 92 Prozent befürworten ihn. 76 Prozent fordern, dass die Politik den Nahverkehr stärker fördert als bisher, 72 Prozent gilt das auch für den Regional- und Fernbahnverkehr. Eine stärkere Förderung des Rad- oder Pkw-Verkehrs folgt mit deutlichem Abstand bei jeweils rund 50 Prozent.

Wenig Rückhalt haben dagegen Maßnahmen, die Autofahren verteuern: Höhere Parkgebühren halten nur 26 Prozent für geeignet, eine City-Maut 25 Prozent, weniger Parkplätze 21 Prozent. Den Ausbau des ÖPNV nennen dagegen 91 Prozent als geeignetes Mittel, um den Autoverkehr in Innenstädten zu verringern.

Beim nächsten Autokauf kippt die Präferenz

Bei der Frage nach dem nächsten Fahrzeug liegen die Antriebe erstmals nah beieinander: 25 Prozent würden ein reines Elektroauto bevorzugen, 25 Prozent einen Hybrid, 4 Prozent Wasserstoff. Auf den Verbrenner entfallen 35 Prozent, 11 Prozent sind unentschlossen oder wollen gar kein Auto kaufen. Die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts zeigen für das erste Halbjahr 2026 ein ähnliches Bild: 26 Prozent reine E-Autos, 11 Prozent Plug-in-Hybride, 29 Prozent sonstige Hybride – Benziner und Diesel kommen zusammen auf 34 Prozent.

Woran es aus Sicht der Befragten hakt

Gegen das Elektroauto sprechen für die Befragten vor allem die Anschaffungskosten (57 Prozent), eine zu geringe Reichweite (52 Prozent) und zu wenige Ladestationen (50 Prozent). Wer bereits ein E-Auto fährt, nennt andere Probleme: geringere Reichweiten im Winter (61 Prozent), intransparente Preise an öffentlichen Ladesäulen (49 Prozent) und die Vielfalt der Bezahlsysteme (48 Prozent).

Was der Verband daraus ableitet

Der TÜV-Verband fordert, die „Vision Zero“ mit dem Ziel von null Verkehrstoten im Straßenverkehrsgesetz zu verankern und die Verkehrsplanung stärker an schutzbedürftigen Gruppen auszurichten. Für den Gebrauchtwagenmarkt schlägt Verbandsgeschäftsführer Joachim Bühler einen standardisierten Batteriecheck vor: „Im Gebrauchtwagenmarkt sind Informationen zum Batteriezustand mindestens so wichtig wie Angaben zu Alter, Laufleistung und HU-Plakette.“

Grundlage der Ergebnisse ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 2.504 Personen ab 18 Jahren, durchgeführt vom 19. März bis 10. April 2026.

Wir haben Autohäuser in der Region um eine Einschätzung gebeten, wie sich die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen vor Ort entwickelt, und werden darüber nachberichten.

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