Mehr als 30 Mitglieder des Stadtrats von Hengelo sind nach Osnabrück gereist, um sich anzusehen, wie hier aus alten Flächen neue Quartiere werden. Der Anlass ist konkret: In der niederländischen Stadt stehen eigene Planungsvorhaben an. Angesehen haben sich die Gäste vor allem das Lok-Viertel und das Magnum-Areal.
Was Osnabrück vorzuweisen hat
Die Zahl, um die es dabei geht: Seit 2008 hat Osnabrück mehr als 160 Hektar ehemals militärisch genutzter Flächen für neue Nutzungen umgewandelt. Fachleute der Stadt aus den Bereichen nachhaltige Stadtentwicklung und Städtebau begleiteten die Delegation auf Exkursionen, dabei ging es um Wohnraumentwicklung, nachhaltigen Verkehr und klimagerechte Planung.
Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann benannte den Kern der Osnabrücker Linie: „In der Bestands- oder Innenentwicklung liegt aus meiner Sicht der Schwerpunkt einer nachhaltigen Stadtentwicklung, die versucht, weitere Flächenversiegelungen an den Stadträndern zu vermeiden.“
Dieselben Probleme diesseits und jenseits der Grenze
Beide Städte stehen vor denselben Fragen: Wie geht man mit zunehmender Hitze und mit Starkregen um? Wie gestaltet man die Verkehrswende so, dass Zufußgehende und Radfahrende davon etwas haben? Auch der Interessenausgleich funktioniert ähnlich – städtebauliche Vorhaben bedeuteten in Deutschland wie in den Niederlanden, „eine Vielzahl von Wünschen und Ansprüchen in Einklang zu bringen“, sagte Westermann beim Empfang im Friedenssaal des Rathauses.
Ein Netzwerk, das seit über 30 Jahren besteht
Der Besuch baut auf der Zusammenarbeit im Städtenetzwerk MONT auf, in dem Münster, Osnabrück und die Netwerkstad Twente seit mehr als drei Jahrzehnten zusammenarbeiten. Angestoßen hatte die Reise Hengelos Bürgermeister Sander Schelberg. Begleitet wurde die Gruppe auch von der Haarlemer Städtebotschafterin Emma Bos.
Zum Programm gehörten außerdem ein Rundgang durch die Altstadt und eine Führung durch das Felix-Nussbaum-Haus. Weitere Treffen mit Hengelo und den übrigen MONT-Städten sollen folgen.

