Wer in diesem Schuljahr in Niedersachsen in die siebte Klasse kommt, bekommt in der Regel ein Tablet vom Land gestellt. Die Auslieferung läuft seit Mai 2026: Von 163.039 bestellten Geräten waren nach Angaben des Kultusministeriums am 24. August bereits 96.237 an den Schulen – gut die Hälfte.
Wer zuerst ausgestattet wird
Im Schuljahr 2026/2027 erhalten zunächst rund 67.138 Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs ein Gerät, dazu rund 84.000 Lehrkräfte an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Jede Schule bekommt zusätzlich einen Ersatzgerätepool von zehn Prozent. In den kommenden Jahren sollen weitere Jahrgänge folgen.
Ausgeliefert wurde gestaffelt: Vorrang hatten die Schulen, die schon zum Schuljahresbeginn mit den Geräten arbeiten wollten. Bestellt wird über einen zentralen Webshop von IT.Niedersachsen, wobei jede Schule Geräte wählen kann, die zu ihren technischen Voraussetzungen passen.
Ein Termin, den Schulen im Blick haben sollten
Das letzte von drei Bestellfenstern für das Schuljahr 2026/2027 läuft noch bis Ende Oktober 2026. Wer bis dahin nicht bestellt hat, muss auf das nächste Schuljahr warten.
800 Millionen Euro bis 2031
Für das Programm stehen bis 2031 rund 800 Millionen Euro bereit. Den Rahmen dafür hatte das Land im Juni 2025 gesetzt. Über die dauerhafte Administration der Geräte – also die Frage, wer sich später um Wartung und Verwaltung kümmert und wer das bezahlt – einigten sich Land und kommunale Spitzenverbände im März 2026.
Ministerpräsident Olaf Lies verband die Ausstattung mit einem sozialpolitischen Argument: Digitale Bildung solle „nicht von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen“. Kultus-Staatssekretär Stephan Ertner verwies darauf, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst beginne: „Digitale Endgeräte sind kein Selbstzweck.“ Beide besuchten am Dienstag die IGS Büssingweg in Hannover, um sich den Einsatz im Unterricht anzusehen.
Begleitet wird die Einführung durch Angebote des Kultusministeriums, der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung und des Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung. Zusätzlich stellt das Land den Schulen den KI-Chatbot AIS.chat zur Verfügung.

