Das Marienhospital Osnabrück der Niels-Stensen-Kliniken und das Klinikum Osnabrück haben ein gemeinsames Kopf-Hals-Tumorzentrum gegründet und damit ihre Zusammenarbeit bei der Versorgung von Tumorpatienten vertieft. Das neue Zentrum wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.
Spezialisiert auf Tumoren im Kopf-Hals-Bereich
Das Zentrum ist auf Diagnose und Behandlung von Tumoren im Bereich der Mundhöhle, der Speicheldrüsen, der Nasennebenhöhlen, des Gesichts und des Halses sowie des Rachens und des Kehlkopfes spezialisiert. Getragen wird es von der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Kopf- und Halschirurgie am Marienhospital Osnabrück unter Chefarzt Prof. Dr. med. Konrad Sommer und der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Klinikum Osnabrück unter Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Dr. med. Kai Wermker. Koordiniert wird das Zentrum von Oberarzt Dr. Dr. med. Henning Lünenbürger vom Klinikum Osnabrück und seinem Stellvertreter, Oberarzt Fabian Kämmerer vom Marienhospital. Onkologen, Strahlentherapeuten, Logopäden und weitere Fachkräfte ergänzen das Team.
Gemeinsame Tumorkonferenzen und Nachsorge an beiden Standorten
Im klinischen Alltag zeigt sich die Kooperation vor allem in gemeinsamen Tumorkonferenzen, in denen Patienten beider Standorte interdisziplinär besprochen werden. Auch niedergelassene Ärzte können ihre Patienten dort vorstellen; daraus entstehen gemeinsame Konferenzprotokolle und eine abgestimmte Therapieplanung. Zu den Angeboten gehören zudem Nachsorgesprechstunden für Tumorpatienten an beiden Standorten, die langfristige Beschwerden und Spätfolgen lindern und Patienten sowie Angehörige dauerhaft begleiten sollen.
Ziel der Behandlung ist neben einer modernen Tumortherapie nach aktuellem Stand der Wissenschaft auch die möglichst frühe Rehabilitation, um Sprech- und Schluckfunktion zu erhalten oder wiederherzustellen. Bei Bedarf gehört dazu auch die kaufunktionelle Rehabilitation einschließlich der Versorgung mit Zahnimplantaten und Prothesen.
Auch gemeinsame Forschung geplant
Die beiden Kliniken führen zudem gemeinsame Studien durch. Aktuell beteiligt sich das Zentrum an einer multizentrischen Fall-Kontroll-Studie zum Einfluss des Passivrauchens auf die Entstehung eines oralen Plattenepithelkarzinoms. Künftig sollen darüber hinaus gemeinsame Behandlungsstandards, Weiterbildungen für Fachpersonal sowie Informationsveranstaltungen für Patienten und niedergelassene Ärzte entstehen.
„Wir freuen uns sehr über die gelungene Kooperation unserer beiden Kliniken trotz räumlicher Distanz“, sagt Prof. Dr. Konrad Sommer. Priv.-Doz. Dr. Dr. Kai Wermker lobt das Engagement und die hohe Motivation aller Beteiligten, „ohne die ein gemeinsames Kopf-Hals-Tumorzentrum nicht möglich wäre“.

