Umspannwerk mit Hochspannungsmasten, Symbolbild fuer kritische Energieinfrastruktur

Sprengvorrichtungen an Umspannwerk in Brandenburg gefunden: BDEW fordert besseren Schutz für Energienetze

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An einem Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg, unweit des Kraftwerks Jänschwalde, sind am Dienstag unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden worden. Die Polizei hatte gegen 8:00 Uhr eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt, Entschärfer waren vor Ort. Nach Angaben der Einsatzkräfte gab es keine Auswirkungen auf die Stromversorgung der Bevölkerung, die Ermittlungen zur Ursache laufen.

Umspannwerk verteilt Strom aus dem Kraftwerk Jänschwalde

Das betroffene Umspannwerk im Landkreis Spree-Neiße verteilt den im Kraftwerk Jänschwalde erzeugten Strom regional und überregional. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art: Im Januar hatten mutmaßlich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen, rund 45.000 Haushalte sowie mehr als 2.200 Geschäfte und Firmen waren tagelang ohne Strom.

BDEW fordert Nachbesserungen beim Schutz kritischer Infrastruktur

Der Energieverband BDEW hat den Vorfall zum Anlass genommen, um seine Position zum Schutz kritischer Infrastruktur zu bekräftigen. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae erklärte, der Fall zeige erneut, wie real die Bedrohung für die Energieinfrastruktur sei. Der Verband spricht sich unter anderem dafür aus, Informationen und Pläne zu kritischen Infrastrukturen stärker unter Verschluss zu halten, den Datenschutz so anzupassen, dass auch angrenzende öffentliche Bereiche per Kamera überwacht werden dürfen, sowie für klare Zuständigkeiten, vereinfachte Nachweise, Bürokratieabbau und eine praxistaugliche Umsetzung des geplanten KRITIS-Dachgesetzes. Der BDEW steht nach eigenen Angaben dazu im Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium und der Bundesnetzagentur.

Diese Forderungen sind die Position eines Interessenverbands der Energiewirtschaft, keine neutrale Einschätzung der Sicherheitslage. Über die konkrete Ausgestaltung von Kameraüberwachung und Offenlegungspflichten wird in der Fachdebatte kontrovers diskutiert, unter anderem mit Blick auf Datenschutz und Verhältnismäßigkeit.

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