Schauspielerinnen und Schauspieler vermeiden es traditionell, den Titel „Macbeth“ im Theater auszusprechen: Das Stück gilt einem alten Aberglauben nach als verflucht, angeblich enthält es sogar echte Hexenbeschwörungen. Wer das Wort dennoch ausspricht, soll sich danach mit einem Ritual reinigen, etwa indem er sich dreimal im Kreis dreht oder das Gebäude verlässt und wieder anklopft. Von diesem Aberglauben lässt sich das Festspielhaus am Wall nicht abschrecken: Am Donnerstag, 1. Oktober, um 19.30 Uhr steht William Shakespeares Drama über tödlichen Ehrgeiz und Machtbesessenheit auf dem Programm.
Ein Klassiker seit mehr als 400 Jahren
Macbeth entstand um 1606 und gilt als eines der düstersten Dramen der Theatergeschichte. Seit der Wiedereröffnung der englischen Theater 1660 zählt die Geschichte vom machtgierigen Königsmörder zu Shakespeares meistgespielten Stücken. In Niedersachsen ist Macbeth zudem eine der Pflichtlektüren für das Abitur im Fach Englisch im Prüfungsjahrgang 2027, was dem Stoff gerade bei jüngerem Publikum zusätzliche Aktualität verschafft.
Vom loyalen Feldherrn zum Tyrannen
Schottland im 11. Jahrhundert, das Land befindet sich im Krieg. Als der Feldherr Macbeth mit seinem Gefährten Banquo vom Schlachtfeld zurückkehrt, begegnen ihnen drei Hexen, die ihm eine schicksalhafte Prophezeiung machen: Er werde zunächst Than von Cawdor und schließlich König von Schottland sein. Nachdem die erste Prophezeiung eintrifft, lässt der Gedanke an den Thron Macbeth nicht mehr los. Angetrieben von seiner ebenso herrschsüchtigen Frau ermordet er bei einem Besuch König Duncan im Schlaf. Die Krone ist ihm sicher, doch mit ihr wächst die Angst, die gewonnene Macht wieder zu verlieren, und Macbeth lässt weitere Morde folgen. Aus Freunden werden Feinde, aus Verbündeten eine Bedrohung. Geplagt von Kontrollverlust und Wahnvorstellungen muss Macbeth am Ende erkennen, dass sich die Prophezeiung auf eine Weise erfüllen könnte, die er nie erwartet hat, während seine Gegner sich bereits zum letzten Kampf formieren.
Auch die Beziehung zu Lady Macbeth spielt eine große Rolle: Sie beruht auf ihrer emotionalen und manipulierenden Einflussnahme, durch die Macbeth blind seinen eigenen Untergang vorantreibt.
Moderne Inszenierung mit mystischer Kulisse
Regisseur Nicola Bremer hat die Inszenierung gemeinsam mit Ausstatterin Wiebke Heeren in einen modernen Kontext gesetzt. Inmitten einer mystischen Kulisse spiegelt der herrschaftliche Thron das Spannungsfeld zwischen der übernatürlichen Welt, an die man zu Shakespeares Zeiten glaubte, und der weltlichen Macht.
Karten gibt es beim Ticketservice von kulturevents emden, Alter Markt 2a in Emden, Telefon 04921 871266, E-Mail [email protected], sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen und online unter www.adticket.de.

