An den Saurierfährten in Bad Essen-Barkhausen stehen neue Dinosaurier. Der Natur- und UNESCO-Geopark TERRA.vita hat die Modelle eines Europasaurus-Muttertiers und ihres Jungtiers aufgestellt, und zwar dort, wo bis vor Kurzem der große Camarasaurus „eLise“ zu sehen war.
Die Spuren stammen von kleineren Tieren
Der Wechsel hat einen wissenschaftlichen Grund. Als der Geopark 2020 die gesamte Schichtfläche freilegen ließ, fielen dem Geologen Dr. Tobias Fischer bisher unbeschriebene Fährten auf. Zudem schienen ihm die runden Abdrücke zu klein für einen Saurier von der Größe eines Camarasaurus. Er vermutete den Europasaurus, der aus demselben Erdzeitalter aus dem Harz bekannt ist, oder einen nahen Verwandten.
Fachleute der Universitäten Basel und Colorado sowie das Team des Dinosaurier-Parks Münchehagen vermaßen die Fährten daraufhin per Drohne neu. Ihre Veröffentlichung bestätigt die Vermutung. Ausgewachsene Europasaurier wurden nach Angaben von Dr. Fritz Stoepke, wissenschaftlicher Leiter in Münchehagen, höchstens 8 Meter lang. Damit ist der Europasaurus der kleinste bisher bekannte Vertreter der Langhalssaurier.
Mutter und Kind statt Betonkoloss
Die maßstabsgetreuen Modelle hat der Dinosaurier-Park Münchehagen gebaut. Sie zeigen die Tiere als gesellige Herdentiere: Das Jungtier scheint zu spielen, die Mutter schaut von oben zu. Ausgetauscht wurde aber auch, weil das alte Modell marode war. Der Camarasaurus bestand aus einem mit Beton verkleideten Stahlgerüst und musste nach jedem Winter ausgebessert werden, erklärt TERRA.vita-Geschäftsführer Dr. Detlef Wilcke. Die neuen Figuren sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff und halten der Witterung deutlich besser stand.
Neue Infotafeln folgen
Als Nächstes sollen die Informationstafeln an den Fährten überarbeitet werden und die neuen Forschungsergebnisse aufnehmen, kündigt die stellvertretende Geschäftsführerin Ricarda Hirschmeier an. Landrätin und TERRA.vita-Vorsitzende Anna Kebschull hob den Ort als Lernort außerhalb der Schule hervor, den der Geopark gemeinsam mit der Gemeinde Bad Essen, dem Verschönerungsverein Barkhausen und dem Erlebnispädagogischen Schullandheim Barkhausen erhält. Gefördert wurde das Projekt vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium über die Geopark-Förderung.

