Berlin. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Sofortvollzug der Freigabe des glyphosathaltigen Pestizids „Roundup Future“ für rechtswidrig und hat daher Beschwerde gegen eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig eingelegt. Die DUH fordert eine umfassende Neubewertung der Zulassung unter Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Studien und geltender EU-Regelungen zum Schutz von Gesundheit und Umwelt, wobei die Fokus-Keyphrase freigabe glyphosat pestizid maßgeblich ist.
Glyphosat Freigabe stoppen
Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig hat die Anwendung des Glyphosat-Pestizids „Roundup Future“ in Deutschland zugelassen, obwohl diese Zulassung auf veralteten wissenschaftlichen Daten basiert. Die DUH kritisiert, dass sowohl das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als auch das Gericht die neuesten Erkenntnisse, insbesondere der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), aus dem Jahr 2023 nicht ausreichend berücksichtigt haben. Diese Daten zeigen unter anderem ein erhöhtes Risiko für die Grundwasserbelastung durch das Pestizid.
Kritik an der Zulassungspraxis
Die DUH legt dar, dass das BVL intern selbst Bedenken äußerte, bestimmte Anwendungen von „Roundup Future“ könnten die gesetzlichen Anforderungen aufgrund der Umweltbelastung nicht erfüllen. Trotz dessen wurde die Zulassung nicht gestoppt. Die Umweltorganisation sieht dies als fahrlässig und fordert die Aussetzung der Anwendung in Deutschland bis zu einer rechtssicheren Neubewertung.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass ein glyphosathaltiges Mittel wie ‚Roundup Future‘ weiter eingesetzt werden darf, obwohl aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und EU-Vorgaben bei der Zulassung offenkundig nicht sauber geprüft wurden. […] Wir fordern: ‚Roundup Future‘ darf dieses Jahr nicht auf unseren Äckern landen und die Zulassung muss rechtssicher neu bewertet werden – nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und EU-Recht“, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.
Juristische Auseinandersetzung um Freigabe
Die juristischen Schritte der DUH umfassen einen Widerspruch, eine Untätigkeitsklage sowie einen Eilantrag, die bislang vom Verwaltungsgericht Braunschweig abgelehnt wurden. Das Gericht beruft sich dabei auf eine Zulassungsentscheidung aus den Niederlanden, an die Deutschland aus EU-rechtlichen Gründen angebunden sei. Die Rechtsanwältin der DUH, Caroline Douhaire, weist darauf hin, dass nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs eine nationale gerichtliche Überprüfung unter Berücksichtigung der neuesten wissenschaftlichen Daten möglich und erforderlich ist.
Hintergrund zu Glyphosat und Umweltgefährdung
Glyphosat zählt zu den weltweit am häufigsten verwendeten Herbiziden. Wissenschaftliche Studien weisen zunehmend auf potenzielle Gesundheitsrisiken wie Karzinogenität, neurotoxische Effekte und Störungen des Mikrobioms auch in niedrigen Dosen hin. Umweltwissenschaftliche Untersuchungen zeigen eine erhebliche Belastung von Gewässern und Grundwasser mit Glyphosatrückständen. Die Substanz ist mittlerweile in menschlichem Urin nachweisbar, was die Diskussion über Gesundheits- und Umweltrisiken befeuert.
- Glyphosat gelangt über Oberflächenabfluss in Gewässer
- Überschreitung gesetzlicher Grenzwerte im Grundwasser
- Nachweis in menschlichem Urin mittlerweile üblich
Die Diskussion um die Zulassung von Glyphosat ist auch auf europäischer Ebene sehr aktiv, wobei der Schutz von Gesundheit und Umwelt vorrangig berücksichtigt werden soll. Weitere ausführliche Informationen zum Thema Pestizide finden Interessierte auch auf regionalupdate.de und bei der EU-Kommission unter europa.eu.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Einordnung und Bedeutung für Verbraucher
Die Freigabe des glyphosathaltigen Pestizids „Roundup Future“ hat direkte Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Praxis in Deutschland und somit auch auf Verbraucherinnen und Verbraucher vor Ort. Die mögliche Belastung von Böden und Gewässern mit Glyphosat kann die Qualität von Lebensmitteln und das regionale Ökosystem beeinflussen. Bürgerinnen und Bürger in landwirtschaftlich geprägten Regionen sind daher unmittelbar von den Entscheidungen auf Bundes- und EU-Ebene betroffen.
Die DUH setzt sich weiterhin für eine stärkere Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse bei der Zulassung von Pestiziden ein. Aktuell läuft die Beschwerde gegen die Zulassungsentscheidung vor dem Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht. Die endgültige Entscheidung wird Einfluss darauf haben, ob „Roundup Future“ in dieser Form weiterhin eingesetzt werden darf oder ob strengere Auflagen und Kontrollen eingeführt werden. Bis zu einer Klärung empfiehlt die DUH, vorsorglich auf die Anwendung des Mittels zu verzichten.
Weitere Entwicklungen und fundierte Informationen zum Thema Pestizide und Umweltschutz werden auf regionalupdate.de regelmäßig veröffentlicht.