Rekordjahr: Über 10.000 Studierende ohne Abi schließen ab

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Deutschland. Der Trend „studium ohne abitur“ gewinnt weiter an Bedeutung. Immer mehr Menschen qualifizieren sich über Berufserfahrung für ein Hochschulstudium und schlossen 2024 mit einem akademischen Grad ab, ohne den klassischen Weg über das Abitur gegangen zu sein.

Studieren ohne Abi

Zunahme der Studienanfänger ohne Abitur

Seit 2009 haben über 100.000 Menschen in Deutschland ihr Studium ohne Abitur erfolgreich absolviert. Im Jahr 2024 verließen mehr als 10.000 Personen die Hochschulen mit einem Abschluss, obwohl sie keine klassische Hochschulreife besitzen. Aktuell studieren etwa 70.000 Personen ohne Abitur an deutschen Hochschulen.

Die meisten dieser Studierenden sind durchschnittlich 30 Jahre alt und streben ein Bachelorstudium an Fachhochschulen oder Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) an. Das Studium ist häufig anwendungsorientiert und zielt auf eine zügige Abschlussdauer ab. Das Angebot an staatlichen Hochschulen zeigt sich in diesem Bereich besonders offen: Fast 60 Prozent der Studierenden ohne Abi sind an diesen Einrichtungen eingeschrieben.

Verteilung und bevorzugte Studienbereiche

Bildungsstätten in über 90 Prozent der Bundesländer verzeichnen aktuell Studierende ohne klassisches Abitur. Besonders hoch ist ihr Anteil in Thüringen, Bremen und Hamburg. Die bevorzugten Fachbereiche dieser Studiengruppe sind zu etwa 50 Prozent Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Danach folgen die Ingenieurswissenschaften sowie Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften.

Auffällig ist der Anteil an Quereinsteigern in der Pflegewissenschaft und im Pflegemanagement. Hier ist jeder vierte Studierende ohne Abitur eingeschrieben. Das zeigt den wachsenden Bedarf an akademisch qualifiziertem Personal im Gesundheitssektor.

„Der Druck, sich für eine großartige Karriere unbedingt mit 18 durchs Abi zu quälen, dürfte damit ebenfalls zurückgehen“, heißt es in der Auswertung des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE).

Perspektiven für das Studium ohne Abitur

Die Möglichkeiten für das Studium ohne Abitur zeigen eine Veränderung im Bildungszugang in Deutschland. Die Entwicklung trägt dazu bei, den Zugang zur Hochschule zu öffnen und mehr beruflich Qualifizierten eine akademische Weiterbildung zu ermöglichen. Somit wird das traditionelle Abitur als Eintrittstor zum Studium an Bedeutung verlieren.

Zukünftig könnten weitere Reformen den Weg für noch mehr Menschen erleichtern. Für Interessierte ist es ratsam, sich an den jeweiligen Hochschulen über die spezifischen Zugangsregelungen zu informieren. Weitere Informationen bietet die Bundesagentur für Arbeit Studium ohne Abitur.

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Weitere Entwicklungen und Termine

Bildungsexperten beobachten weiterhin die steigende Anzahl der Studierenden ohne Abitur in Deutschland. Für das Jahr 2025 sind neue statistische Erhebungen angekündigt, die den Trend weiter beleuchten sollen. Hochschulen planen zudem, Beratung und Unterstützung für beruflich Qualifizierte auszubauen.

Diese Entwicklung könnte langfristig zu einer Diversifizierung der Studierendenschaft und zu einer Anpassung der Studienangebote führen. Interessierte sollten die Informationsveranstaltungen ihrer Wunschhochschulen im Auge behalten, um von den Chancen des studium ohne abitur zu profitieren.

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