Geberkonferenz gegen das Vergessen im Sudan

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Am 15. April 2023 jährt sich der Beginn des Konflikts im Sudan. „Aktion Deutschland Hilft“ ruft zur anhaltenden Unterstützung der humanitären Krise auf.

Humanitäre Krise im Sudan

Der Krieg im Sudan eskalierte vor drei Jahren und hat mittlerweile über 30 Millionen Menschen in die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe gezwungen. Die Hälfte dieser Betroffenen sind Kinder, deren Leben von Mangelernährung, schlechter medizinischer Versorgung und gefährlichen Lebensbedingungen bedroht ist. Janine Lietmeyer, Vorständin bei World Vision Deutschland, betont die Dringlichkeit, die Krise ins öffentliche Bewusstsein zu rücken: „Die Geberkonferenz in Berlin ist eine Gelegenheit, eine vergessene Krise wieder sichtbar zu machen und die humanitäre Unterstützung zu sichern.“

Sexuelle Gewalt und medizinische Notlagen

In den letzten Monaten häuften sich Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen, insbesondere in der Stadt Al-Faschir, wo Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch an Frauen an der Tagesordnung sind. Weltweit sind Organisationen wie World Vision gefordert, um geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen und Rehabilitation für Überlebende zu ermöglichen. Vincent Dalonneau von Handicap International weist auf die Notwendigkeit von Reha-Maßnahmen hin: „Immer mehr Menschen benötigen dringend Hilfe, da ohne frühzeitige Intervention dauerhafte Behinderungen drohen.“ Angesichts der chaotischen medizinischen Situation sind Initiativen zur Ausbildung von Gesundheitspersonal unerlässlich.

Flüchtlingskrise in den Nachbarländern

Die Krise im Sudan hat auch gravierende Auswirkungen auf die Nachbarländer, wo über zwölf Millionen Menschen vor der Gewalt fliehen. Die dortigen Strukturen zur Unterstützung von Flüchtlingen sind oft überlastet. In Südsudan leisten Johanniter und in Tschad helfen Organisationen wie Help – Hilfe zur Selbsthilfe. Christoph van Edig, Programm-Manager Sudan bei Help, betont die Notwendigkeit verstärkter Unterstützung: „Die tschadische Bevölkerung zeigt große Solidarität, doch für ein Land, das mit mehreren Krisen kämpft, ist dies eine immense zusätzliche Belastung.“

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