Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich in die laufende Reformdebatte um das deutsche Rentensystem und den Arbeitsmarkt eingeschaltet. Im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger betonte sie die Notwendigkeit, Frühverrentungsprogramme zu stoppen, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern.
Stopp von Frühverrentungsprogrammen gefordert
Reiche erklärte, dass Deutschland selbst bei hoher Produktivität im internationalen Vergleich gefährdet sei, wenn das Arbeitsvolumen nicht gesteigert wird. Während deutsche Arbeitnehmer im Schnitt 1.337 Stunden pro Jahr arbeiten, sind es in China etwa 2.000. Ein Stopp der Frühverrentung sei notwendig, um die Arbeitskraft älterer Arbeitnehmer besser nutzen zu können. „Die Aktivrente ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagte Reiche.
Flexible Arbeitszeitmodelle und Familienförderung
Die Ministerin hielt zudem fest, dass flexiblere Arbeitszeitmodelle von großer Bedeutung sind, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken. „Wir müssen jungen Familien weiterhin gute Angebote machen“, so die Ministerin. Diese Maßnahmen sind wichtig, um die Attraktivität des Arbeitsmarktes zu erhöhen und die wirtschaftliche Dynamik zu fördern.
Körpersteuerreform vorziehen
Im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage plädierte Reiche außerdem dafür, die geplante Körperschaftsteuerreform auf 2027 vorzuziehen. Derzeit ist eine schrittweise Senkung des Unternehmenssteuersatzes ab 2028 vorgesehen. „Um die Wirtschaft zu stärken, muss diese Reform jedoch früher wirksam werden“, erklärte die Ministerin. Sie unterstrich die Wichtigkeit der Einkommensteuerreform, da rund 70 Prozent der kleineren und mittleren Unternehmen in Deutschland von dieser betroffen sind.
Wirtschaftliche Interessen auf internationalem Parkett
Reiche wird in Kürze nach China reisen, um die deutschen Wirtschaftsinteressen zu vertreten. Sie betonte, dass die Bundesregierung ihre strategischen Interessen klarer artikulieren müsse als in der Vergangenheit. Die Ministerin sieht die Notwendigkeit, einen lösungsorientierten Dialog mit internationalen Partnern zu führen.

