Die Lange Nacht der Museen 2026: 40 Museen, 24 Stunden, ein Fest für die Grafschaft Bentheim und das Emsland

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Am 29. August 2026 verwandeln sich die Grafschaft Bentheim und das Emsland für 24 Stunden – von Mitternacht bis Mitternacht – in eine einzige große Museumslandschaft. Erstmals lädt die Regionale Arbeitsgemeinschaft Emsland-Grafschaft Bentheim des Museumsverbandes Niedersachsen-Bremen zur Langen Nacht der Museen ein: 40 Museen und Einrichtungen zwischen Bad Bentheim und Twist, zwischen Papenburg und Uelsen öffnen ihre Türen und bieten mehr als 100 Veranstaltungen – von Kunstführungen über Nachtwächterrundgänge bis zu Konzerten, Werkstätten und kulinarischen Kostproben. Der Eintritt ist überall frei, Spenden sind willkommen.

Organisiert wird die Nacht von einem ehrenamtlichen Orga-Team um Martina Alfers, Rudi Gaidosch, Dr. Regina Göschl, Nadine Ihle, Janine Lötgering, Dr. Christiane Kuhlmann, Katja Kuhlmann, Julia Möller, Burghardt Sonnenburg und Dr. Christof Spannhoff. Möglich wird das Projekt durch die Förderung der Emsländischen und Grafschafter Sparkassenstiftung sowie durch Mittel der Landschaft Emsland-Bentheim und des Landes Niedersachsen.

Wer wann öffnet

Die Öffnungszeiten sind so unterschiedlich wie die Häuser selbst. Einige Museen sind tatsächlich die vollen 24 Stunden zugänglich, andere öffnen tagsüber oder erst mit Einbruch der Dunkelheit:

Rund um die Uhr (0–24 Uhr) geöffnet sind der Erinnerungsort Lager XII in Geeste-Dalum, das Emsland Archäologie Museum und das Stadtmuseum in Meppen, die Lagerbaracke Alexisdorf-Neugnadenfeld sowie das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in Sögel.

Bis Mitternacht geöffnet haben unter anderem das Sandsteinmuseum und das Otto-Pankok-Museum in Bad Bentheim-Gildehaus, die Historische Marienkluse Poggerie in Beesten, das Emslandmuseum und die Kunsthalle in Lingen, die Heimatfreunde Neuenhaus, das Stadtmuseum im Poveltum und die Städtische Galerie Nordhorn, die von-Velen-Anlage in Papenburg sowie die Bauern- und Erdölmuseen in Osterwald und das Erdöl-Erdgas-Museum Twist.

Reine Tagesangebote gibt es zum Beispiel im Museum am Herrenberg Bad Bentheim, in der Gedenkstätte Esterwegen, im Emsland Moormuseum Geeste, in der Inselmühle Haren, bei den Eisenbahnfreunden Hasetal und im Freilicht- und Heimatmuseum Haselünne sowie im Naturkundehaus Lähden.

Einige Programmpunkte haben feste Uhrzeiten: Die Hümmlinger Radtour startet um 9 Uhr am Heimathaus Sögel, um 18.15 Uhr beginnt die Führung durch den Berentzen Hof in Haselünne, um 20 Uhr trifft man sich zum Historischen Wehrgang in Schüttorf, um 22 Uhr fährt der Museumszug von Graf MEC ab Bahnhof Neuenhaus, und um 23.15 Uhr startet der Nachtwächterrundgang in Bad Bentheim.

Zwei besondere Touren: mit dem Rad und mit der Bahn

Wer die Lange Nacht aktiv erleben möchte, kann sich einer geführten Tour anschließen. Die Hümmlinger Radtour (20 Euro pro Person, Anmeldung bis zum 26. August unter [email protected]) führt von 9 Uhr bis in den Nachmittag über rund 40 Kilometer vom Heimathaus Sögel über die Hüvener Mühle, den Natur.Entdecker.Platz in Groß Berßen, die Mühlenruine Stavern und das Batakhaus in Werpeloh zurück zum Schloss Clemenswerth, wo ab 18 Uhr ein Konzert im Waldpark wartet. Unterwegs gibt es Brotzeit, Mittagessen und viele Begegnungen mit Menschen, die die Geschichte ihrer Orte erzählen.

Wer es lieber schienengebunden mag, steigt in die Nachtfahrt mit der Grafschafter Museumsbahn (kostenlos, Anmeldung bis 26. August über tickets.graf-mec.de/nacht2026): Ab 22.01 Uhr pendelt ein historischer Zug im Stil der 1950er-Jahre zwischen Neuenhaus, Nordhorn und Bad Bentheim, wo direkt im Anschluss der Nachtwächterrundgang startet. Rückfahrt ist um 1.17 Uhr.

Ein Streifzug durch die Orte

Bad Bentheim und Bad Bentheim-Gildehaus zeigen niederländische Malerei im Museum am Herrenberg, historischen Sandsteinabbau im Sandsteinmuseum und laden zu Kunstbetrachtung, Yoga und stillen Stunden ins Otto-Pankok-Museum ein – dazu der stimmungsvolle Nachtwächterrundgang durch die Burgstadt.

Das Emsland Moormuseum in Geeste führt bei geführten Rundgängen zu Moorpflanzen und seltenen Insekten, während der neu zugängliche Erinnerungsort Lager XII in Geeste-Dalum an die Geschichte der Emslandlager erinnert – ebenso wie die Gedenkstätte Esterwegen, die mit kostenfreien Führungen um 14 und 16 Uhr einen Blick hinter die Kulissen der Gedenkstättenarbeit gibt.

In Haselünne öffnen der Berentzen Hof mit Erlebnisführung und Produktverkostung, die Eisenbahnfreunde Hasetal mit Dampflok-Fahrten nach Löningen und das Freilicht- und Heimatmuseum mit Führungen durch die denkmalgeschützten Fachwerkhäuser.

Lingen bietet mit dem Emslandmuseum eine Sonderausstellung zum kirchlichen Bauen im Emsland und mit der Kunsthalle ein offenes Assemblage-Atelier sowie Ausstellungsführungen mit Musik bis Mitternacht.

Meppen feiert einen 24-Stunden-Marathon „Meppen bei Tag und Nacht”: Meppener Kunstkreis, Emsland Archäologie Museum und Stadtmuseum bieten von Techno-DJ-Sets über Yoga mit Gong-Meditation bis zu Taschenlampenführungen und einer Nachtwächterführung an der Koppelschleuse ein durchgehendes Programm.

In Neuenhaus erzählt das Günter Frank Haus von jüdischem Leben in der Niedergrafschaft, während die Heimatfreunde im Alten Rathaus mit einer Ausstellung über die 1970er-Jahre und einer Altbierbowle ab 20 Uhr in Erinnerungen schwelgen.

Neugnadenfeld verbindet Herrnhuter Tradition mit einer Lichtinstallation „Baummeditation”, Museumsfrühstück, Yoga und einem Abendspaziergang zu den Kunstwegen-Stationen.

Nordhorn ist mit gleich fünf Häusern vertreten: Schifffahrts-Museum, Stadtmuseum mit Live-Musik und Lesung, die Museumsfabrik in der Alten Weberei mit funktionstüchtigem Jacquard-Webstuhl, das Stadtmuseum im Poveltum mit Cocktails auf dem Dach und die Städtische Galerie mit der Gruppenausstellung „Desillusion”.

Osterwald lockt mit Vullbuuksavendeten-Essen und plattdeutschem Leseabend im Bauernmuseum sowie US-Cars, Oldtimern und einem Vortrag zur Erdölförderung im Erdölmuseum.

In Papenburg erzählt die von-Velen-Anlage Spökenkiekergeschichten im Skulpturengarten und bietet Bootstouren durch die Abenddämmerung an. Salzbergen öffnet exklusiv die Baustelle seines im Umbau befindlichen Feuerwehrmuseums. Schüttorf lädt zum Wehrgang-Rundgang mit Gästeführerin und ins Schulmuseum, wo Unterricht wie in den 1950er-Jahren nachgestellt wird.

Höhepunkt vieler Programme ist Sögel: Rund um das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth ziehen sich die Schlossfestspiele durch den ganzen Tag – von der Führung mit der Nachtwächterin um Mitternacht über den Sonnenaufgang um 6.30 Uhr bis zu Konzerten, Kostümführungen und einem Familienfest mit Hüpfburg.

Abgerundet wird die Nacht in Twist mit Vorträgen zu Öl und Heuerlingswesen im Erdöl-Erdgas-Museum sowie in Uelsen, wo der Bronzezeithof mit Lagerfeuer, Stockbrot und Gruselecke zum Verweilen einlädt.

Gut zu wissen

Der Eintritt zur Langen Nacht der Museen ist überall kostenfrei, Spenden werden gerne gesehen. Einige Sonderformate wie die Hümmlinger Radtour oder Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl erfordern eine vorherige Anmeldung – Details dazu stehen jeweils bei den einzelnen Programmpunkten. Die Barrierefreiheit ist von Haus zu Haus unterschiedlich geregelt; wer darauf angewiesen ist, informiert sich am besten vorab bei der jeweiligen Einrichtung. Eine Übersichtskarte aller 40 Standorte findet sich im offiziellen Programmheft.

Wer die ganze Nacht durchhalten will, plant am besten eine eigene Route: entlang der Bahnstrecke von Graf MEC, per Rad über die Emsland-Route oder einfach von Museum zu Museum quer durch die Region. Sicher ist nur eins – an einem einzigen Abend lässt sich die kulturelle Vielfalt der Grafschaft Bentheim und des Emslands so konzentriert kaum je wieder erleben.

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