Emlichheim öffnet seine größte Baustelle zuerst für Fußgänger und Radfahrer. Am Sonntag, 30. August 2026, lädt die Samtgemeinde Emlichheim zum „Tag der offenen Straße“ auf die neue Verlängerung der Straße Obenholt ein. Einen Tag später, am Montag, 31. August, wird der rund 1,1 Kilometer lange Abschnitt mit der neuen Vechtebrücke offiziell für den Verkehr freigegeben.
Wer zum Fest will, sollte das Rad nehmen. Für Autos stehen nach Angaben der Gemeinde nur sehr begrenzte Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Eingerichtet werden zwei große Fahrradparkplätze, einer an der Einfahrt Ringer Straße, einer nahe der Vechtetalstraße.
Das Programm beginnt auf der Brücke
Um 11:30 Uhr startet ein Fietsengottesdienst auf der Vechtebrücke. Danach folgt der Festbetrieb mit Ständen, Spielemobilen und Vorführungen, für Essen und Getränke ist gesorgt. Getragen wird der Tag von Samtgemeinde und Gemeinde gemeinsam mit örtlichen Vereinen, den bauausführenden Firmen, Parteien und Gewerbetreibenden. Straße und Brückenbauwerk lassen sich an diesem Tag in Ruhe zu Fuß erkunden.

Vierzehn Jahre zwischen Beschluss und Freigabe
Die ersten politischen Überlegungen stammen aus dem Jahr 2012, als sich der damalige Bau- und Grundstücksausschuss der Gemeinde für die Verlängerung aussprach. Ende 2013 kam das Vorhaben in das Mehrjahresprogramm zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden, verbunden mit einer Förderung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV).
2016 musste das Planfeststellungsverfahren gestoppt werden. Eine Verkehrsuntersuchung hatte ergeben, dass es sich um eine Gemeindeverbindungsstraße handelt, womit nicht die Gemeinde, sondern die Samtgemeinde zuständiger Straßenbaulastträger ist. Ab 2017 liefen deshalb zwei weitere Planfeststellungsverfahren über die Samtgemeinde. Die Planfeststellung gelang Ende 2021, Anfang 2022 wurde die Flurbereinigung eingeleitet, am 21. Mai 2024 folgte der Spatenstich.
2.600 Kubikmeter Beton für die Vechtebrücke
Weil ein Großteil der Trasse durch das Überschwemmungsgebiet der Vechte führt, wurde die Straße in Dammlage gebaut. Das Brückenbauwerk entstand von September 2024 bis Anfang 2026, verbaut wurden unter anderem 2.600 Kubikmeter Beton und rund 190 Tonnen Spann- und Bewehrungsstahl. Der Straßenbau lief von April 2026 bis Ende August und umfasste auch einen Geh- und Radweg sowie die Sanierung der Kreuzung von Ringer Straße (L44) und Straße Obenholt. Die Sanierungskosten der Kreuzung trägt das Land.
Für die Gesamtmaßnahme einschließlich Grunderwerb wurden in 27 Monaten Bauzeit rund 14 Millionen Euro investiert. Rund 7 Millionen Euro davon übernimmt voraussichtlich die NLStBV im Rahmen der GVFG-Förderung. Die Förderquote beträgt 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, nicht der Gesamtsumme.
Fertig ist die Straße damit noch nicht
Die Bepflanzung entlang der Strecke folgt erst im vierten Quartal 2026, weil die Pflanzen in der Pflanzperiode besser anwachsen. Am Montagnachmittag, 31. August, wird der Abschnitt mit Vertretern aus Politik, Behörden und von den Fördermittelgebern offiziell eröffnet, danach rollt der Verkehr.
„Persönlich freue ich mich, diese wichtige Straßenverbindung zum Ende meiner Amtszeit noch in Betrieb nehmen zu dürfen“, sagt der scheidende Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor Ansgar Duling.

